Tour zu fünf Bodendenkmälern

Die Grube „Silberkaule“ in Engelskirchen, eines der fünf Ziele bei der Archäologietour Oberberg.

Oberberg Fünf oberbergische Bodendenkmäler stehen im Fokus der diesjährigen Archäologietour Oberberg, veranstaltet vom LVR-Amt für Bodendenkmalpflege. „Die Archäologietour Oberberg illustriert anhand fünf sehenswerter Bodendenkmäler die reichhaltige Geschichte des Bergischen Landes“, sagt Dr. Erich Claßen, Leiter des Amtes. Am Sonntag, 20. Oktober, stehen von 10 bis 18 Uhr Fachleute aus Paläontologie und Archäologie an den jeweiligen Stationen bereit, um Wissenswertes zu berichten und Führungen vor Ort anzubieten. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die archäologischen Ziele sind zum Teil nur über einfache, unbefestigte Waldwege zu erreichen. Diese können durch Regen durchnässt und rutschig sein. Zum Teil weisen die Wege leichte Steigungen oder Gefälle auf. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind einige Stationen unter Umständen nur eingeschränkt zugänglich. Geschlossene, rutschfeste Schuhe sind für alle Besucherinnen und Besucher unbedingt erforderlich. Je nach angekündigter Witterung sollte warme und regenfeste Kleidung gewählt werden. Auskünfte erteilt die Außenstelle Overath des LVR-Amt für Bodendenkmalpflege: 02206-90300.

Folgende Stationen sind dabei:

Engelskirchen / Much-Heckhaus:
Nahe Much-Heckhaus baute man in der Grube „Silberkaule“ vom Mittelalter bis in die Neuzeit Blei ab. Neben Pingen und Schmelzplätzen ist auch eine große Bergknappensiedlung des 13. Jahrhunderts bekannt. Die frühe Bergbaugeschichte der Region wird an dieser Station thematisiert und durch Relikte im Gelände sichtbar. Für Kinder bietet die Biologische Station Oberberg ein naturkundliches Mitmachprogramm an.

Engelskirchen-Ründeroth:
Vor etwa 390 Mio. Jahren bildeten im frühen Mitteldevon die ersten Korallen-/Schwamm-Riffe massive und mächtige Kalksteinlager. Vor etlichen tausend Jahren, also viel später, bahnte sich Wasser seinen Weg durch den Berg und es entstanden Höhlen. In der Aggertalhöhle kann man unterirdisch einen alten Riffkörper bewundern, den hier nur vergleichsweise wenige Tropfsteine überdecken. Vor Ort wird über Höhlenbildung, Geologie und Fossilien informiert.

Wiehl-Niederbellinghausen:
Nach ersten Ausgrabungen 1929 findet erstmals wieder eine archäologische Untersuchung am Stammsitz derer zu Bellinghausen statt. Die ehemalige Wasserburg ist oberirdisch vollständig abgebrochen, im Boden sind aber noch Teile von Befestigung und Gebäuden erhalten. Funde weisen auf eine Entstehung im Mittelalter, Schriftquellen belegen die Burg jedoch erst im 16. Jahrhundert. Archäologinnen und Archäologen informieren am Ausgrabungsschnitt über die neuen Ergebnisse und erläutern die frisch freigelegten Fundamente.

Nümbrecht-Marienberghausen:
Im Mittelalter verband die sogenannte Brüderstraße die Städte Köln und Siegen. Geschützt im Wald haben sich bei Marienberghausen etliche Hohlwege als Überreste dieser Straße erhalten, die eine lange Nutzung als Route für Pilgerreisen, Handel oder den Transport von Bergbauerzeugnissen belegen. Die Themenbereiche Verkehr und Transport im Mittelalter und der frühen Neuzeit stehen an dieser Station im Mittelpunkt.

Lindlar-Scheel:
Die Höhenburg Neuenberg ist mit hoch aufragenden Mauerresten auf einer Anhöhe tief im Wald ein idealtypischer Vertreter einer Burgruine. Die Befestigung des 12./13. Jahrhunderts war ursprünglich in Besitz der Grafen von Berg. Im Dreißigjährigen Krieg wurde sie von den schwedischen Truppen erobert und zerstört. Überreste zweier Rundtürme und eine bis zu 8 Meter hohe Mauer machen die ursprünglichen Dimensionen der Anlage erfahrbar.