Ganz (un-)typisch Mädchen

Ministerin Scharrenbach, 4. v. re., stellte das Pilotprojekt in Gummersbach vor.

Gummersbach Die oberbergische Kreisstadt Gummersbach ist eine von fünf Kommunen in NRW, die an dem Modellprojekt „Girls´ and Boys´ Academies“ teilnehmen. Das Pilotprojekt der Landesregierung möchte jungen Menschen „geschlechter-untypische“ Berufe näherbringend: „Mädchen sollen im Rahmen der Academies vor allem Einblicke in die so genannten MINT-Berufe erhalten – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik. Bei Jungen liegt der Fokus auf den SAHGE-Berufen – Soziale Arbeit, Haushaltsnahe Dienstleistungen, Gesundheit und Erziehung“, heißt es in einer Mitteilung. „Damit sollen alte Denkmuster aufgebrochen und neue Perspektiven geschaffen werden.“

Denn bisher habe sich das Ausbildungsverhalten von Jungen und Mädchen kaum geändert, heißt es weiter: „2018 starteten in Nordrhein-Westfalen 4.533 junge Menschen ihre Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker – 96,3 Prozent Jungen. Umgekehrtes Beispiel: 97,8 Prozent der Auszubildenden als Medizinische Fachangestellte waren Mädchen.“ Um das zu ändern, sollen die Jugendlichen die Möglichkeit bekommen, in untypische Berufe reinzuschnuppern, außerdem gehören – je nach kommunalem Konzept – berufspraktische Workshops und Projekttage dazu. Insgesamt soll jede Academy etwa 60 Stunden Umfang verteilt auf ein ganzes Schuljahr haben. Das freiwillige Angebot richtet sich vorrangig an Schülerinnen/Schüler der 8. bis 13. Klasse.

„Mädchen können alles werden – Jungen auch“, sagt Ina Scharrenbach. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen stellte das Konzept zusammen mit Gummersbachs Bürgermeister Frank Helmenstein vor. Der sieht in dem Projekt auch ein Instrument zur Sicherung es Wirtschaftsstandort: „Mit der Girls´and Boys´ Academies bringen wir ein innovatives Projekt an den Start, das perspektivisch einen wichtigen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten wird.“

Gummersbach gehört neben Düsseldorf, Hamm, Bloomberg und Gelsenkirchen zu den fünf Pilotstädten. Hier richtet sich das Angebot im ersten Schritt an bis zu 21 Mädchen, die bei insgesamt sieben Unternehmen, zwei Verbänden, der Kreisverwaltung sowie der Stadtverwaltung Gummersbach an dem Pilotprojekt teilnehmen wollen – auf „ausdrücklichen Wunsch der Wirtschaft“ übrigens überwiegend in den Schulferien. Außerdem gehört auch eine Ganztagsveranstaltung mit dem zdi-Schülerlabor im Berufskolleg Dieringhausen zum Programm. Interessierte Schülerinnen können sich bei Anke Vogt-Katzwinkel, der Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Gummersbach, melden.

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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