Bergisch Classics: Spannung, Emotionen und Unvorhergesehenes

Bergisch Gladbach 25 Jahre! Ein Schriftzug aus silbernen Luftballons empfing Teilnehmer und Besucher auf dem Hebborner Hof der Familie Lautz: Jubiläum für „Harmonie zwischen Pferd und Reiter und Lektionen auf internationalem Niveau“. Das Turnier, seit einem Vierteljahrhundert gewachsen, gilt heute in Reiterkreisen als „eines der schönsten Turniere im Rheinland“. Bei vielen Reitern, Profis wie Amateuren und Youngstern aus ganz Deutschland und dem Ausland, steht es „ganz oben im Terminkalender“.

Doch auch viele tausend Besucher tauchen gerne in die Welt des Pferdesports ein, die man wieder „hautnah“ erleben konnte. Der Reitverein Hebborner Hof bietet für alle mit viel Herzblut und Engagement in jedem Jahr vier eindrucksvolle Turniertage. Rund 190 Helferinnen und Helfern, fast alle aus dem Verein, sowie den Sponsoren, allen voran dem Ehepaar Dr. Winfried und Rosmarie Kill, gebührte daher der besondere Dank des Vereinsvorsitzenden, Dr. Matthias Beggerow.

Das Flair des Turniers lässt viele Teilnehmer auch augenzwinkernd von der “Hebborner Soers“ sprechen. Perfekt organisierte Abläufe, Zelte und Tribünen für die Zuschauer, Großleinwand mit Life-Übertragungen von Dressur und Springen, eine „attraktive Food- und Shoppingmeile“, Ponyreiten und Kinderschminken für kleine Gäste, Reitern und Pferden ganz nah sein, sind „Markenzeichen“ für das Turnier und machen seinen Charme aus.

Viele Ehrengäste im VIP-Zelt und Zuschauer auf den Tribünen verfolgten gespannt die Wettbewerbe von Nachwuchs- und Spitzensportlern. 40 Prüfungen mit 700 Reitern und 1700 Pferden standen auf dem Programm. 52 Platzierungen konnten Vereinsreiterinnen und Reiter für sich verbuchen- ein Erfolg für den Verein, der sich seit jeher auch besonders für den Nachwuchs engagiert.

Zunächst schien nicht einmal das feuchtnasse Wetter die gewohnt schöne Stimmung trüben zu können. Viele tausend Zuschauer feuerten beim „Jump and Drive“ in der Sport- und Show-Night am Samstagabend ihre Favoriten an. Den rasanten Wettbewerb, um Pferdestärken im Sattel, zu Fuß und am Steuer eines Pkw, entschied Felix Schneider (Sieger beim Großen Preis von Bergisch Gladbach 2017) aus Erkelenz für sich. Die Weltmeister im Mannschaftsvoltigieren aus Köln Dünnwald zeigten Akrobatik auf dem Pferderücken und entrollten zusammen mit der Vereinsjugend einen Gruß zum Jubiläum.

Marion Op de Hipt aus Kerken auf Rappwallach Sir Oliver ließ Ihre Konkurrenz in der Kür der Dressurreiter kurz vor Mitternacht (buchstäblich) im Regen stehen. Mit einer harmonischen Vorstellung aller Schwierigkeitsgrade und Wertungsnote über 73 Prozent sicherte sie sich Platz eins in der Dressurklasse S**.

Auch der Höhepunkt des Turniers am Sonntagnachmittag war von kräftigem Regen begleitet, doch es sollte schlimmer kommen. Gerade hatte Daniel Könemund auf Ascalan vom RFV Burscheid-Paffenlöh mit dem ersten fehlerfreien Ritt im Sonja-Kill-Gedächtnisspringen (Klasse S***) unter Jubel und Applaus aller Zuschauer den Parcours verlassen, als Marin Sterzenbach, Deutscher Champion der Berufsreiter im Springreiten, von einem jähen Unfall ereilt wurde. Sein 13-jähriger Hengst Balougraf ESC soll nach ersten Erkenntnissen einen Aortenabriss erlitten haben und begrub seinen Reiter im Fallen unter sich. Nach medizinischer Erstversorgung kam Martin Sterzenbach ins Merheimer Krankenhaus.

Schlagartig herrschte Stille und eine tiefe Betroffenheit bei Veranstaltern, Reiterkollegen und Zuschauern auf dem gesamten Turnierplatz. Nach einem Gespräch mit Reitern und Richtern brachen die Veranstalter das Springen ab. Den ersten Preis des S-Klasse Springens erhielt damit Daniel Könemund, auf Rang zwei kam Felix Schneider mit Adonis Capitol – Siege mit traurigem Beigeschmack, die die Reiter, Teilnehmer und Publikum sich sicherlich anders gewünscht hatten. Dem Verunglückten wünschte man alles Gute zur Genesung. Zur Freude aller kam bereits am Montag die Nachricht aus Mehrheim, dass dem Reiter soweit gut geht und er, aufgrund nur leichter Verletzungen, das Krankenaus voraussichtlich bereits am Dienstag wieder verlassen kann.

Auch wenn mancher dieses Jubiläumsturnier mit gedämpfter Stimmung verlassen hat, dürfen sich Reiter und Pferdefans doch auf ein neues Treffen im nächsten August bei den Bergisch Classics 2020 freuen.

Reiterinnen vom Nachwuchs bis zur Elite zu Pferd und zu Fuß maßen sich in den einzelnen Wettkämpfen

Stilvolle Dekorationen und weiße Zelte prägten das Bild auf dem Turnier

Reiterin Sarah Breuer stärkte sich mit einem Waffelherz

Karin Tornatzky und Sandra Breidenbach mit Ehemann Gerd und

Dr. Oliver Schmeling mit leckeren Getränken

Mio und Ute Oppermann verfolgten das Geschehen

das bis spät am Abend in der„Hebborner Soers“ gut besucht war

Voltigierweltmeister und Vereinsjugend grüßten mit einer Showeinlage zum 25. Jubiläum

Rainer Deppe (MdL1.v.l) und Landrat Stefan Santelmann begrüßten Peter Lautz, Hofinhaber und 2. Vorsitzender des Reitvereins Hebborner Hof (Bildmitte)

und kamen mit internationalen Reitern wie Giavanna Rinaldi aus den USA auf Concuela und Marc Boes aus Belgien auf Lexie Grey ins Gespräch. v.l.: Landrat Stefan Santelmann mit Ehefrau Britta, Rainer Deppe (MdL), sowie Wolfgang Bosbach, Schirmherr des Turniers

Springreiter Marc Boes (links im Bild neben Turnierprecher Konstantin von dem Knesebeck) fand stellvertretend für alle Sportler anerkennende Worte zu den Bergisch Classics

Vereinsvorsitzender Dr. Mathias Beggerow wurde für seine „besonderen langjährigen Verdienste um die rheinische Reiterei“ mit der Ehrennadel mit Lorbeerkranz des Pferdesportverbandes Rheinland ausgezeichnet.

Ein goldenes Reitabzeichen wurde an Pferdewirtin Petra Nippgen-Lupp verliehen.

Dr. Mathias Beggerow bedankte sich bei allen Helfern und Sponsoren „für die tatkräftige Unterstützung, ohne die das Turnier nicht stattfinden kann“

Peter Lautz mit Wolfgang Bosbach(Bundestagsmitglied a.D.), Schirmherrn des Turniers,

das in diesem Jahr leider keinen glücklichen Ausklang fand.

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