Zum Klavierfestival ins Bergische

Ein Bild vom Abschlusskonzert 2018: Falko Steinbach (sitzend) mit den Teilnehmern des Meisterkurses im Kulturzentrum Lindlar.

Lindlar 180 Konzerte mit rund 15.000 Zuhörern in zehn Jahren, einige hundert Teilnehmer aus 29 Nationen – schon die nackten Zahlen machen deutlich: Das Klavierfestival Lindlar ist längst kein Geheimtipp mehr. Wenn sich einmal im Jahr Pianisten aus der ganzen Welt im Oberbergischen treffen, geht es nicht nur um Musik, sondern auch um Völkerverständigung und einen Austausch der Kulturen. Und die ganze Region kann daran teilhaben. Vom 14. bis zum 26. Juli finden nahezu täglich Konzerte in Lindlar, Kürten, Wipperfürth und Gummersbach statt, zumeist bei freiem Eintritt. Und wer ganz dicht dabei sein will, kann sich entweder selbst für den Meisterkurs anmelden oder als Gastfamilie einige der internationalen Teilnehmer aufnehmen.

Der Meisterkurs ist auch weiterhin das Herz des Festivals. Bis zu 28 Pianisten arbeiten mit dem musikalischen Leiter des Festivals Professor Falko Steinbach (Leiter des Bereichs Klavier und Komposition der University of New Mexico) und Professorin Jeongwon Ham (University of Oklahoma) an ihren Fähigkeiten. Einige Teilnehmer stammen aus der Region, viele andere kommen aus Amerika, Asien und Osteuropa nach Lindlar. Untergebracht sind sie meist bei Lindlarer Gastfamilien. Regelmäßig geben die Studenten in wechselnden Besetzungen Konzerte, ehe beim großen Abschlusskonzert am Freitag, 26. Juli, ab 19 Uhr im Lindlarer Kulturzentrum alle Teilnehmer und Dozenten auf der Bühne stehen.

„Ich habe schon so viele internationale Klavierveranstaltungen und Meisterkurse kennengelernt, aber nirgendwo auf der Welt wurden wir so herzlich und offen empfangen wie in Lindlar”, schwärmt Steinbach vom besonderen Charme des Lindlarer Festivals, das sicherlich auch und vor allem von der Kombination aus hochklassigen Dozenten und internationalen Teilnehmern mit den ländlichen Strukturen in Rhein- und Oberberg lebt. Um den Kontakt zwischen Teilnehmern und Gastgebern zu intensivieren, werden wieder ein gemeinsamer Grillabend und ein Ausflug angeboten.

Los geht es in diesem Jahr mit dem Eröffnungskonzert am 14. Juli in Lindlar, Flako Steinbach spielt, dazu singt Ingela Onstad. Das weitere Programm hängt auch von den Teilnehmern ab, die Professor Steinbach anhand von Bewerbungen und nach einem Vorspielen bestimmt. Rund 20 Konzerte sind geplant, meist abends um 19 Uhr, also nach dem täglichen Kurs von 9 bis 17 Uhr, einige aber auch nach- oder vormittags. Zu den Highlights wird auch ein bis zu zweistündiger Klaviermarathon mit acht bis zehn Studenten am 22. Juli im Lindlarer Kulturzentrum gehören.

Das komplette Programm ist auf der Website des Festivals zu finden. Dort können auch Tickets (10 bis 13 Euro) für die wenigen kostenpflichtigen Konzerte reserviert werden.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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