ÖPNV: Die Offensive wirkt

Ende 2017 stellte Landrat Santelmann (2.v.li.) die ÖPNV-Offensive mit Vertretern der Politik und von Wupsi und RVK in Altenberg vor.

Rhein-Berg Die ÖPNV-Offensive des Rheinisch-Bergischen Kreises zeigt erste Wirkung, zumindest auf manchen Strecken. Zum Fahrplanwechsel am 10. Dezember 2017 hatten Wupsi und RVK ihr Busangebot im Kreis zum Teil deutlich ausgebaut. Die Fahrgäste, zeigen nun erste Zahlen, nehmen dieses Zusatzangebot gut an.

Auf rund 30 Linien gab es Veränderungen, sie wurden teils verlängert, Taktzeiten wurden verkürzt, die Fahrzeiten ausgedehnt. Bei der Vorstellung sprach Landrat Stephan Santelmann von einem „Paradigmenwechsel“: weg vom nachfrageorientierten hin zum angebotsorientierten Öffentlichen Nahverkehr. Rund 1,5 Millionen Euro zusätzlich lässt Rhein-Berg sich das pro Jahr kosten.

„Wir freuen uns, dass die Verbesserungen so gut angenommen werden und die Fahrgastzahlen auf einigen Linien deutlich angestiegen sind“, zog Reinhard Haase , Leiter des Amtes für Verkehrsplanung und ÖPNV, nun vor dem Ausschuss für Verkehr und Bauen des Kreistags eine Zwischenbilanz. Er räumte dabei aber auch ein: „Bei anderen Linien müssen wir noch etwas nachsteuern und den Menschen die Zeit geben, das neue Angebot auszuprobieren.“

Besonders deutlich stiegen die Fahrgastzahlen auf den Linien 426, 427 und 434 an. Auf der Linie 434, die von Bergisch Gladbach über Odenthal nach Köln-Mülheim führt und so einen Anschluss an die KVB-Linie 4 auf der einen und die S11 auf der anderen Seite bietet, stieg die Nutzung um 63 Prozent. Das sind rund 800 Fahrgäste mehr pro Tag. Die Linien 426 und 427, die als Zubringer zur S11 an den Takt der Straßenbahn angepasst wurden,  konnten Zuwächse von bis zu 230 Personen verzeichnen. Das entspricht in der Spitze etwa 27 Prozent. So bleiben der Region jeden Werktag einige hundert Pkw-Fahrten mehr als bisher erspart.

Doch es gibt auch Linien, auf denen die Verantwortlichen nachbessern wollen, so zum Beispiel die 2017 neu eingerichtete Linie 454 von Bensberg über Herkenrath bis Kürten-Bechen. „Hier wurde festgestellt, dass der neue Linienabschnitt von Herkenrath nach Bechen nur sehr wenig genutzt wird“, heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Daher sei eine Änderung der Linienführung geplant, sodass die 454 künftig voraussichtlich auch den Technologiepark anfahren soll.

In den nächsten Monaten sollen nun alle weiteren Linien, bei denen Veränderungen vorgenommen wurden, in Hinblick auf ihre Fahrgastzahlen evaluiert werden. Auch die bereits untersuchten Linien will man im Auge behalten. Dann zeigt sich, wie gut die ÖPNV-Offensive wirklich wirkt.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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