Festival, leicht geschrumpft

Cellist Valentin Radutiu spielt am 16. Juni zusammen mit Tobias Feldmann in St. Pankratius.

Odenthal Rolle rückwärts beim Altenberger Kultursommer: Nachdem sich das Festival im vergangenen Jahr verjüngt und auch ein stückweit neu erfunden hatte, kehrt es nun zu seinen Wurzeln zurück. Und es wird – zumindest vorübergehend – etwas kleiner. Nur vier Termine sind in diesem Jahr vom 16. Juni bis zum 28. September geplant, drei Klassik-Konzerte und ein Liederabend. Pop, Jazz, Country oder wie zuletzt sogar Comedy stehen nicht mehr auf dem Programm. Das Festival, so ist zu hören, möchte sich konsolidieren, um 2020 wieder durchstarten zu können.

„Die Anzahl der Konzerte ist in diesem Jahr geringer ausgefallen, sie sind dennoch absolut hochkarätig besetzt“, sagt Jürgen Gnest, der Vorsitzende des Vereins, der hinter dem Kultursommer steht. Im Vorjahr hatte Gnest noch zusammen mit Sema Prinzessin zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg als seiner Stellvertreterin das neue Erscheinungsbild und die neue Ausrichtung des Kultursommers präsentiert. Aus Zeitgründen zog sich Prinzessin Wittgenstein, die sich um den „populären“ Teil des Programms gekümmert hatte, aber aus der Vorstandsarbeit zurück. So sind auch in diesem Jahr keine Veranstaltungen auf Schloss Strauweiler, dem Wohnsitz der Wittgensteins, geplant. Dies sei aber für 2020 wieder vorgesehen, versichert Jürgen Gnest. 2019 gibt es so nur drei Veranstaltungsorte: das Martin-Luther-Haus und den Dom in Altenberg sowie die Kirche St. Pankratius in Odenthal. Dort startet der Kultursommer am Sonntag, 16. Juni, um 18 Uhr. Tobias Feldmann an der Geige und Valentin Radutiu am Cello spielen Stücke von Béla Bartók, Johann Sebastian Bach, Maurice Ravel und Johan Halvorsen. 

Gleich zweimal beim Kultursommer mit dabei sind die Bayer-Philharmoniker, die als eines der besten nicht-professionellen Orchester Deutschlands gelten. Martin Haunhorst, Konzertmeister bei den Leverkusenern, ist zum Beispiel auch Konzertmeister bei den Bergischen Symphonikern in Solingen und Remscheid. Chefdirigent Bernhard Steiner ist Kapellmeister am Theater Hagen und unterrichtet an der Folkwang Universität in Essen.

Am Freitag, 5. Juli, bringen die Bayer-Philharmoniker die Messa da Requiem von Giuseppe Verdi zur Aufführung, los geht es um 20.30 Uhr im Altenberger Dom. Neben der Domkantorei Altenberg, dem Jungen Konzertchor Düsseldorf, Mitgliedern des Chores der Uni Köln und dem Kammerchor des Kölner Männergesangsvereins wirken daran Inga-Britt Andersson (Sopran), Monica Mascus (Mezzosopran), Pablo Karaman (Tenor) und Thomas Bonni (Bass) mit.

Das Leverkusener Orchester zeichnet sich auch fürs Abschlusskonzert verantwortlich. Am Samstag, 28. September, spielt es ab 20.30 Uhr die 5. Sinfonie von Anton Bruckner, ebenfalls im Dom. Dazwischen, am Sonntag, 15. September, gibt es einen Liederabend unter dem Motto „Liebesweise“, der um 18 Uhr im Martin-Luther-Haus beginnt. Pe Weber singt Opern-Arien aus verschiedenen Epochen, dazwischen werden passende Texte oder die Übersetzung der Arien gelesen. Karten für alle Veranstaltungen sind im Vorverkauf erhältlich.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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