Archäobotanische Garten im Freilichtmuseum

Lindlar Neue Attraktion im Lindlarer Freilichtmuseum: Der Archäobotanische Schaugarten an Haus Hilden zeigt die Geschichte und die Vielfalt mitteleuropäischer Kultur- und Nutzpflanzen. Im Mittelpunkt stehen alte, beinahe vergessene Getreidesorten. Aber auch seltene Sorten an Hülsenfrüchten sowie Öl- und Faserpflanzen werden vorgestellt. In den kleinen Beeten wachsen heute noch bekannte Arten wie Dinkel, Roggen, Hafer oder Hartweizen, aber auch seltene Sorten wie Erdbeermais, violetter Lein oder schwarzer Senf.

„Heute sind die alten Sorten nahezu von Monokulturen und Hochleistungssorten abgelöst – doch zu welchem Preis?“, sagt der LVR. Bei den alten Sorten sei der Ertrag zwar geringer, aber man könne samenfestes Saatgut gewinnen. „Bei modernen Hybridsorten muss das Saatgut dagegen bei jeder Aussaat neu vom Hersteller beschafft werden.“ Um auf Masse produzieren zu können, würden zudem die Pflanzen in der Fläche wesentlich dichter und kompakter stehen und seien somit anfälliger für alle Arten von Schädlingen. „Hier kommen Pflanzenschutzmittel großflächig zum Einsatz. Auch die Überdüngung ist für die Böden auf Dauer eine große Belastung.“ Die Einschränkung der Artenvielfalt lasse zudem „grüne Wüsten“ entstehen.

Im Archäobotanischen Garten ist sofort zu erkennen, dass die Felder früher wesentlich bunter waren. Zwischen den historischen Getreidesorten sind Ackerunkräuter wie Kornrade und Kornblume mit eingesät worden. Der Garten selbst besteht aus vier Bereichen: Einer für Wintergetreide, einer für Sommergetreide sowie jeweils einer für Hülsenfrüchte und Öl- und Faserpflanzen. Einige alte Arten wie Einkorn, Emmer oder Gerste gibt es bereits seit der Steinzeit. Durch gezielte Kultivierung und Auswahl hat sich eine immer größere Vielfalt herausgebildet.

In Zusammenarbeit mit der Stiftung Rheinische Kulturlandschaft werden darüber hinaus auf den Getreideparzellen gefährdete Ackerwildkräuter erhalten – Arten, die im Landschaftsbild und auf den Äckern im Bergischen Land kaum noch zu finden sind.