1.400 Dächer gegen steigende Strompreise

Seit zehn Jahren montieren die Mitarbeiter von Solaris PV-Anlagen, so wie hier in Wipperfürth.

Wipperfürth Was haben eine Wipperfürther Grundschule, ein Autohaus in Gevelsberg und hunderte andere Gebäude im ganzen Bergischen Land gemeinsam? Auf ihren Dächern wird umweltfreundlicher Strom aus Sonnenlicht erzeugt. Durch Anlagen, die die Wipperfürther Firma Solaris installiert hat.

Seit zehn Jahren plant und baut das Unternehmen von Andreas Savaris und Axel Schmidt mit Erfolg Photovoltaikanlagen. Am 15. Juni wird das Jubiläum gefeiert. Angefangen hat alles mit einem Schul-Dach, das die beiden zur Stromerzeugung gepachtet haben. „Dazu haben wir ein Baustellenschild aufgestellt und eine Anzeige geschaltet“, erinnert sich Axel Schmidt. „Seither können wir uns vor Aufträgen nicht retten. Bis heute.“

Ein Grund dafür ist sicherlich die Spezialisierung der Firma. „Wir machen PV – und zwar nur PV“, sagt Andreas Savaris. Während die Installation von Solarmodulen oft nur einer von vielen Geschäftsbereichen bei Dachdeckern ist, konzentriert sich das 15-köpfige Solaris-Team ausschließlich darauf. Das führt nicht nur zu einem hohen Maß an Kompetenz, sondern auch zu besseren Einkaufskonditionen, die an die Kunden weitergegeben werden können. „Ich glaube nicht, dass es im Umkreis von 100 Kilometern eine vergleichbare Firma gibt“, sagt Axel Schmidt.

So konnte sich Solaris auch an die Veränderungen im Markt anpassen. Über die Jahre sank die Einspeisevergütung immer wieder. Gleichzeitig wurden die Module effektiver und günstiger. Statt wie früher möglichst viel Strom zu erzeugen, um diesen dann zu verkaufen, geht es heute eher darum, den eigenen Verbrauch zu decken. „Unsere Kunden sind bestens informiert“, sagt Axel Schmidt. „Die wissen meist genau, was sie wollen.“

Über 1.400 Dächer sind so bisher zusammengekommen. Dabei sind Solaris-Kunden seltener „ökologische Überzeugungstäter“ als häufiger kühle Mathematiker, sagt Andreas Savaris: „Das ist für viele ein einfaches Rechenexempel.“ Mit einer richtig dimensionierten Anlage koste die Kilowattstunde auf 20 Jahre gerechnet acht Cent. Während die gleiche Menge Strom sonst kaum unter 30 Cent zu bekommen sei. „Je höher der Strompreis steigt, desto mehr Aufträge kriegen wir“, sagt Axel Schmidt. Und Andreas Savaris ergänzt: „Und bisher kennt der Strompreis ja nur eine Richtung: nach oben.“

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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