„Wo der Pfeffer wächst“ erhält den Bopp

Dr. Lothar Speer und Hans-Georg Jaspers bei der Preisverleihung.

Bergisch Gladbach Völlig überwältigt war Hans-Georg Jaspers, Schulleiter der Katholischen Grundschule Frankenforst – für das Erzählkonzert nach dem Kinderbuch von Frank Ruprecht „Wo der Pfeffer wächst“ wurde ihm im Kulturhaus Zanders der Bopp-Kulturpreis des Stadtverbandes Kultur verliehen. Großer Beifall für den wohlverdiente Auszeichnung! 

Es war in diesen Jahr für die Jury nicht so einfach, unter den acht gleichwertigen Bewerbungen nach intensiver Diskussion das Votum für das Frankenforster Schulprojekt zu fällen. Zuletzt gab es ein Kopf-an-Kopf Rennen mit Christiane Buddens „Generations“, ein Tanzprojekt der Human Dance Company und Vorschulkindern des Bensberger Familienzentrums ZAK.

Interessiert lauschten die Besucher der Schilderung von Dr. Lothar Speer, Vorsitzender des Stadtkulturbandes, über die Entstehungsgeschichte des Preisträger-Projektes: Kinderbuchautor Frank Rupprecht hatte „Wo der Pfeffer wächst“ im Jahr 1982 geschrieben – unter dem Eindruck der Flüchtlinge aus dem Kosovo, die damals in Eisenbahnwaggons auf dem Bahndamm hinter der Eissporthalle untergebracht waren. 

Eine ähnlich Situation erlebte Schulleiter Jaspers im Herbst 2015: Am Martinstag wurden 70 Flüchtlinge, darunter 20 Kinder, vorwiegend aus Syrien, in Container auf dem Schulgrundstück aufgenommen. Die situationsbedingten Parallelen im Kinderbuch brachte Jaspers den Kindern in Text und Bild mit Musik nahe. Er komponierte zu Ruprechts Text Lieder, entwickelte die Idee für ein Erzählkonzert, in dem die Bilder des Buches per Beamer projiziert wurden, die Kinder begeistert Texte rezitierten und die Lieder sangen. Zu diesem Zeitpunkt konnte Hans-Georg Jaspers die Konzertreihe „Klänge der Stadt“ von Ingrid Schaeffer-Rahtgens mit dem Verein „Wir in GL“ als Unterstützer mit ins Boot holen – die Idee wurde Realität: Drei ausverkaufte Vorstellungen im Juni 2018 im Rittersaal der Grundschule Frankenforst in Anwesenheit des Autors Frank Ruprecht. 

„Hier könnte ich die Begründung der Juryentscheidung beenden für das wunderbare Projekt“, berichtete Speer. „Aber es geht noch einen Schritt weiter.“ Schulamtsleitern Uschi Resch war so begeistert von „Wo der Pfeffer wächst“, dass sie anregte, das Konzept allen Schulen zu vermitteln: Seit kurzen stehen Unterrichtsvorlagen für den Musikunterricht mit Bilderbuch, Notensätzen und Liedtexten zur Verfügung. Das Schulamt unterstützt zwei Workshops, in denen Japsers Musiklehrer für die Umsetzung an anderen Schulen schult. Im Anfang Mai wurde das Projekt mit dem engagierten Kinderchor im Kreishaus vorgestellt.

„Damit ist es Herrn Japsers gelungen, dass nicht nur an seiner Schule die Kinder ihre Existenz als kulturelle Wesen bewusst werden können“, so Laudator Speer.

Vor zehn Jahren wurde der Bopp-Kulturpreis zum ersten Mal verliehen. Gestaltet wurde die an der Spitze blau bemalte Steinpyramide von der Künstlerin Petra Paffenholz. Der Name erinnert an Ludwig Bopp (1869-1930), bedeutender Architekt des Historismus, der in Bergisch Gladbach das historische Rathaus, das alte Bürgerhaus „Bergischer Löwe“ und  die Gronauer Waldsiedlung entworfen hatte. 

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