Retrospektive: Der schwarze Rabe wacht noch immer!

Bergisch GladbacH Der schwarze Rabe krächzt sehr präsent direkt hinter dem Flügel in dem großen Raum des Kunstortes Schlossstraße 16 a. Er wirkt wie ein kleines Mahnmal und ist tatsächlich die bekannteste Karikatur des Künstlers Walter Hanel. kleines Mahnmal wirkt der schwarze Rabe,  Unverkennbar – wieder erkennbar – so lautet auch der Titel der Retrospektive, die Marlis Sauer und Ingrid Schaeffer-Rahtgens für den „zeichnenden Philosophen“ initiiert haben. Die Ausstellung in den 500 qm großen Räumen zeigt die ganze Bandbreite des Schaffens von Walter Hanel; Über 70 Werke– arrangiert in kleinen Gruppen: die freien Arbeiten als Originale , die berühmten Karikaturen als Lithografien, eine kleine Sonderauflage auf Alu-Dibond außerdem Plakate von dem großen Ausstellungen wie beispielsweise im Käthe-Kollwitz-Museum 1995 und auch Biografisches.

Walter Hanel, der in Alt-Frankenforst lebt, wird in diesem Jahr 89 Jahre alt. Hinter ihm liegt eine große Karriere als Zeichner und Karikaturist: Veröffentlichungen im „Simplicissimus“, in „DM“, „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Kölner Stadt-Anzeiger“; „Spiegel“, „Le Monde“, „Time Magazin“ – mit vielen hochrangigen Auszeichnungen. Noch vor ein paar Jahren hat er wöchentlich noch eine Karikatur für den „Kölner Stadt-Anzeiger“ geliefert – pünktlich, zuverlässig, auch ein Markenzeichen von ihm. Wie auch seine unverwechselbare Art, Politiker, Schriftsteller, politische Situationen, Entwicklungen in Europa und in der Welt mit Tiefgang und Melancholie, aber auch mit Augenzwinkern glossierend darzustellen mit schnellen Tuschestrich. „Eine gute Karikatur sollte sehr komisch sein, und unmittelbar neben der Komik liegt pikanterweise die Tragik“, hat Hanel einmal in einem Interview mit dem “Kölner Stadt-Anzeiger“ gesagt. Manche seiner älteren Karikaturen wirken ganz aktuell: Wie die aus dem Jahr 2013 von „Erdogan in Schwierigkeiten“, der in der Luft hängt und sich an den Halbmond in der türkischen Fahne klammert – Geldscheine wirbeln um ihn herum ins Irgendwo. Oder die Dame „Europa“ aus 2001: An der einen, prallen Brust saugt die Wirtschaftsunion, während die Politische Union mager unter der versiegenden zweiten Milchquelle dahinsiecht. Es ist die Weitsicht des Künstlers, der Entwicklungen spürt und sie auch im karikierenden Tagesgeschäft für die Ewigkeit gültig zeichnend beschreiben kann.

In der Ausstellung entdeckt man auch die Künstlerporträts wie die vn Kafka, überzeichnet, aber in den Grundzügen sofort erkennbar. Auch die Wimmelbilder mit unzähligen typischen Personen aus dem Alltag – Bildmethaphern zum Hineinversenken.

Vernissage, Freitag, 17. Mai, 18 Uhr
die Laudatio hält Prof. Dr. Jürgen Wilhelm, ein guter alter Freund und Kenner von Walter Hanel. Prof. Hubert Käppel, in Bensberg geboren, spielt zusammen mit seinem 24-jährigen Meisterschüler und Preisträger Yucen Du ein kleines Gitarrenkonzert. Ein hochrangiges Event in der Reihe „Ich sehe was, was du nicht siehst“ von Marlis Sauer, in Kooperation mit Ingrid Schaeffer-Rahtgens, die über den Verein „Wir in GL“ die Konzertserie „Klänge der Stadt“ zur Förderung junger Musiker organisiert.

Ausstellungsort Schlossstraße 16
Bensberg

Eintritt frei. Um Spenden beim „Austritt „wird gebeten.,

Die Ausstellung läuft bis zum 2. Juni, ist geöffnet samstags von 12 bis 17 Uhr, sonntags von 13 bis 17 Uhr.

Hinterlasse einen Kommentar