Zum Jubiläum: Sonderausstellung mit Baukästen

Baukästen wie dieser aus dem Hause Naef sind bei der Sonderausstellung zu sehen - und können zum Teil auch ausprobiert werden.

Bergisch GladbacH Seit rund 200 Jahren gibt es in Deutschland Kindergärten – das erste und bis heute einzige Kindergarten-Museum in NRW ist gute 180 Jahre jünger. 2004 wurde es in Bergisch Gladbach eröffnet. Seinen 15. Gerburtstag feiert es nun mit einer Sonderausstellung. Gleichzeitig mit dem 25-Jährigen des eigenen Trägervereins.

Präsentiert werden ab dem 9. Mai – neben der Dauerausstellung zur Geschichte der Kindertageseinrichtungen und der Erzieher-Ausbildung – mehr als 60 Baukästen. Von den ersten, die Friedrich Fröbel um 1840 entwickelte, über das Bauhaus-Bauspiel von Alma Siedhoff-Buscher aus dem Jahr 1923 bis hin zu Produkten der Schweizer Firma Naef, die heute weltweit in Kindergärten Verwendung finden.

„Die sehen auf den ersten Blick oft simpel, fast langweilig aus“, sagt Museumsleiter Georg W. Geist mit Blick auf die Ausstellungsstücke. Doch selbst mit Fröbels achtteiliger Grundvariante, den so genannten Fröbel-Gaben, ließen sich mehr als 4.000 Formen bauen. „Damit kann man über Jahre spielen.“

Georg W. Geist, bis 2011 bei der Stadt Bergisch Gladbach beschäftigt und dort für Kindergärten zuständig, gehört zu den Gründern des Museums. 1992 feierte die älteste Gladbacher KiTa ihr 100-Jähriges, und Geist schuf mit anderen eine kleine Ausstellung, die über Monate in der Schalterhalle der Sparkasse zu sehen war. „Beim Abbauen traten uns Tränen in die Augen“, erinnert er sich heute – die Idee zum Museum war geboren.

1994 wurde schließlich der Verein gegründet, der heute rund 60 Mitglieder hat. Bis zur ersten Ausstellung sollte es noch mal zehn Jahre dauern. Bis heute belegt das Kindergarten-Museum rund 200 Quadratmeter im Kultur-und Jugendzentrum Q1. Viel zu wenig Platz für die vielen Exponate, die sich über die Jahre angesammelt haben – oft quasi von allein. „Wir müssen den Sachen meist nicht hinterherlaufen“, sagt Geist. Gerade Sammler seien froh, ihre Stücke im Museum gut verwahrt zu wissen. „Ich schätze mal, dass wir zehn bis 15 Prozent zeigen können“, sagt der Museumsleiter. Der Rest liege im Depot.

Zu sehen ist die Sonderausstellung bis zum 22. Dezember. Das Museum öffnet nach Absprache für Gruppen, sonst jeden Dienstag von 10 bis 13 Uhr. Außerdem an mehreren Sonntagen 14 bis 17 Uhr: 19. Mai, 16. Juni, 21. Juli, 18. August, 15. September, 17. November und 15. Dezember.

Museumsleiter Georg W. Geist (Foto: Sven Schlickowey)

Museumsleiter Georg W. Geist (Foto: Sven Schlickowey)

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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