Schönes für drinnen und draußen

Böden live und ohne Schuhe erleben: Rund 1.700 Quadratmeter ist die Ausstellungen für Bodenbeläge bei Holz Richter groß.

Lindlar Der Frühling steht vor der Tür – höchste Zeit, um mit Anita und Dr. Markus Richter von der Lindlarer Firma Holz Richter über die aktuellen Trends rund um Garten- und Terrassenmöbel, Bodenbeläge und Türen zu sprechen:

BB: Holz-Richter wird in diesem Jahr 60 Jahre alt. Feiern Sie den runden Geburtstag?

Markus Richter: Später im Jahr werden wir das Jubiläum sicher noch begehen. Aber jetzt freuen wir uns erstmal auf die anstehende Gartensaison.

BB: Es gibt noch zwei weitere Jubiläen: Vor 15 Jahren haben Sie GIARDINO gegründet. Und seit 15 Jahren sind Sie im Online-Handel aktiv. Kommen Sie sich unter den jungen Start-Ups im Internet nicht manchmal vor wie ein Dino?

Markus Richter: Nein. In unserer Online-Abteilung sitzen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die könnten ganz genau so auch in Berlin Kreuzberg sitzen. Und vieles funktioniert hier wie bei anderen Online-Shops. Nur unser Werdegang ist ein anderer. Als wir ins Internet gingen, hatten wir bereits Sortiment, Logistik und Erfahrung. Wir nutzen ja auch kein Call-Center. Wer hier anruft, spricht mit einem echten Mitarbeiter, der wirklich Ahnung hat.

BB: Parallel zu Ihren Aktivitäten im Netz haben Sie in den letzten Jahren auch Ihren stationären Handel umgebaut. Man könnte sagen, Sie haben aus einer Ausstellung ein Erlebnis gemacht.

Anita Richter: Das ist für mich der  große Trend. Es gibt eine wachsende Zahl von Kunden, die ihr Produkt nicht nur sehen, sondern fühlen und erfahren möchten. Anfassen, Probesitzen, das ist hier möglich.

Markus Richter: In der Fußbodenausstellung fordern wir die Kunden aktiv auf, die Schuhe auszuziehen. Im Parkettbereich sind ein Trend ja natürliche Böden mit kleinen Rissen und Astlöchern. Wie sich das wirklich anfühlt, merkt man erst, wenn man barfuß drüber geht. Und wenn ein Kunde Sorge hat, dass ein Echtholzboden zu empfindlich ist, schütten wir auch schon mal vor seinen Augen eine halbe Flasche Wasser drauf. So etwas geht nur hier vor Ort.

BB: Gibt es bei den Böden noch andere neue Trends?

Markus Richter: Vinyl- und Designböden sind weiterhin die mit Abstand am stärksten wachsenden Hartbodengruppe. Dieser Trend geht vor allem zu Lasten von Laminat. Neu sind die in den USA bereits seit längerem verbreiteten Hartvinylböden, die kleinere Bodenunebenheiten überbrücken und auch bei dunklen Dekoren, bodentiefen Fenstern und großen Flächen schwimmend verlegt werden können.

BB: Klingt, als würden Sie das Ihren Kunden empfehlen.

Anita Richter: Nein, das kann man so pauschal nicht sagen. Wir beraten, stellen Vor- und Nachteile vor und versuchen mit dem Kunden zusammen herauszufinden, was für welchen Einsatz das beste Produkt ist. Aber die Entscheidung trifft immer der Kunde.

BB: Der wahrscheinlich dank des Internets immer besser informiert kommt. Wie finden Sie das?

Markus Richter: Das spielt uns absolut in die Karten, weil wir uns dann mit ihm auf Augenhöhe unterhalten können. Viele Kunden kommen tatsächlich gut informiert zu uns, was den meisten aber fehlt, ist die Möglichkeit, all diese Informationen zu sortieren und zu bewerten. Dabei helfen wir dann.

BB: Was gibt es sonst Neues im Innenbereich?

Markus Richter: Bei den Türen gewinnen Wärme- und Einbruchsschutz immer mehr an Bedeutung. Die neuen Türen machen es Spitzbuden immer schwerer, aber ohne dass man die Sicherheitstechnik sieht, sie ist in der Tür verbaut. Außerdem gibt es neue Türmodelle, die Temperaturunterschiede besser aushalten. Zum Beispiel wenn es im Flur kaum 15 Grad warm ist und in der Wohnung über 20 Grad.

BB: Sie haben schon die bevorstehende Gartensaison angesprochen. Dabei sieht es draußen noch nicht nach Frühjahr aus. Warum sollte ich mich jetzt um meine Terrasse kümmern?

Anita Richter: Weil eine gute Planung einfach ihre Zeit braucht. Ich hatte gestern erst eine Kundin, die sich bereits nach Sonnenschirmen erkundigt hat. Sie möchte auf ihrer neuen Terrasse eine Bodenhülse einlassen, um keinen Schirmständer herumstehen zu haben. Und das muss man natürlich vernünftig planen.

Markus Richter: Wir hatten in der Gartenabteilung schon in der Woche nach Weihnachten gut zu tun. Für viele unserer Kunden ist das eine geplante Investition, die witterungsunabhängig getätigt wird.

Anita Richter: Und die meisten Kunden möchten einfach fertig sein, wenn es im Frühjahr warm wird. Lieber die Terrasse vor dem guten Wetter fertig haben als andersrum.

Anita und Dr. Markus Richter

Anita und Dr. Markus Richter

BB: Merken Sie, dass es immer schwieriger wird, einen Termin beim Handwerker zu bekommen?

Markus Richter: Das hören wir immer häufiger. Aber auch da lassen wir unsere Kunden nicht allein. Wir kennen ja alle Fachbetriebe im weiten Umkreis. Und natürlich haben wir auch ein Interesse daran, dass unsere hochwertigen Produkte von guten Handwerkern richtig verarbeitet werden.

BB: Worauf dürfen wir uns im Außenbereich freuen?

Markus Richter: Sichtschutzzäune aus WPC sind ein großes Thema. Gerade in den Ballungsräumen werden die Grundstücke ja immer kleiner und da möchte man seine Privatsphäre haben. Zäune aus Holz verwittern aber. Da ist WPC langlebiger und pflegeleichter. Ganz neu ist zudem WPC, das noch einmal zusätzlich mit Kunststoff ummantelt wird, das so genanntes coextrudierte WPC. Das ist noch farbechter und strapazierfähiger.

BB: Und bei den Möbeln?

Anita Richter: Die ganz neuen Materialien gibt es nicht, dafür werden die vorhandenen immer wieder neu designt. Früher gab es Flechtgewebe nur mit flachen Bändern, heute gibt es alle möglichen denkbaren Größen, Profile und Formate. 

BB: Farblich bleibt es gediegen?

Anita Richter: Ja, Lachs und Hummer sind ein Trend, die meisten Kunden bevorzugen Möbel und Sitzkissen aber in Grau, Taupe und ähnlichen Farben. Kein Wunder, unsere Terrassenmöbel halten ja viele Jahre, da möchte man natürlich nichts, woran man sich bald satt sehen könnte. Farbliche und gestalterische Akzente kann man ja mit Accessoires setzen. Die kann man dann alle zwei, drei Jahre austauschen.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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