Minister besucht das Vorbild Rhein-Berg

Minister Karl-Josef Laumann, ASS-Geschäftsführer Rein Hold Zweiers und Kreisdirektor Dr. Erik Werdel, v.li., schauen Luca von Witzenhausen, Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums in Bensberg, bei seiner Berufsfelderkundung über die Schulter.

Overath Wenn es darum geht, Schülerinnen und Schülern beim Einstieg in den Beruf zu unterstützen, gilt der Rheinisch-Bergische Kreis als vorbildlich. Vor wenigen Tagen erst ging das Online-Bewerberbuch binbereit.de an den Start, das Angebote wie die Berufsfelderkundung oder „Kein Abschluss ohne Anschluss“ ergänzt. Nun war Karl-Josef Laumann, NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Sozial, im Kreis zu Besuch, um sich über das Gesamtkonzept zu informieren.

Bei der Overather Firma ASS Automation traf sich Laumann nicht nur mit Mitgliedern der Steuerungsgruppe, in der neben der Kreisverwaltung auch die IHK, die Handwerkskammer und andere Institutionen vertreten sind, sondern kam auch mit Schülern ins Gespräch, die ein eintägiges Praktikum im Rahmen der Berufsfelderkundung absolvierten. Schon seit 2014 haben Schüler in Rhein-Berg die Chance, bei drei kurzen Praktika in der verschiedene Branchen reinzuschnuppern. „Bisher gab es so rund 30.000 Berufsfelderkundungen“, sagt Alexander Schiele, Pressesprecher des Kreises. Allein 175 davon bei ASS. „Wir sind von Anfang an dabei“, berichtet Marketing-Manager Michael Krüger. Und das mit Erfolg: „Im Sommer fängt bei uns der erste Azubi an, der erst zur Berufsfelderkundung hier war, dann sein Praktikum bei uns absolviert hat und jetzt einen Ausbildungsvertrag unterschrieben hat.“

Rhein-Berg ist eine von sieben Referenzkommunen in NRW im Koordinierten Übergang von der Schule ins Berufsleben. Dabei spielen die Tagespraktika eine wichtige Rolle. „Man kann meist sehr schnell sehen, wer Interesse an Technik hat und wer nicht“, sagt Michael Krüger. Aber selbst wenn Schüler keine Lust an der Arbeit an und mit Roboterwerkzeugen, wie sie ASS herstellt, haben, sei das kurze Praktikum ein Gewinn: „Dann weiß derjenige zumindest, was er nicht machen will.“

Seit dem Schuljahr 2016/17 wird „Kein Abschluss ohne Anschluss“ – auch nach dem Vorbild aus Rhein-Berg – landesweit umgesetzt, mitfinanziert vom Bundesministerium für Bildung und dem Europäischen Sozialfonds der EU. Rund 175.000 Schülerinnen und Schüler werden so pro Schuljahr erreicht.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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