Die Familie im Focus

Hinten bietet der Focus ausreichend Platz, selbst für Obst- und Gemüsehändler Lars Höfer aus Wipperfürth reicht der Kofferaum aus.

Bergisches Land Wenn man sich mal so richtig alt fühlen will, muss man nur darüber nachdenken, wie lange uns einige unserer Autos schon begleiten. Der VW Golf zum Beispiel rollt schon seit mehr als 40 Jahren über deutsche Straßen. Und auch der Ford Focus, einer seiner ärgsten Konkurrenten, wurde bereits 1998 vorgestellt. Nun, mehr als 20 Jahre und rund 16 Millionen verkaufte Exemplare später, wird es Zeit für die neue, die inzwischen vierte Generation.

Dafür haben die Kölner viel neu entwickelt. Nachdem sich in den letzten Jahren immer mehr Hersteller von Kompaktwagen, vor allem aus dem asiatischen Raum, optisch dem Focus angenähert hatten, macht der nun wieder einen Schritt nach vorne. Man erkennt auch den neuen noch als Focus, trotzdem wirkt er moderner, sportlicher und im Rahmen seiner Möglichkeiten optisch eigenständig.

Auch technisch und in Sachen Ausstattung geht es noch mal einen Schritt vorwärts. Unser Testwagen, ein Kombi in der ST-Line mit einem 1,5-Liter-EcoBoost-Benziner, glänzt mit allerlei Helferlein und Assistenzsystemen, einer hochwertigen Innenausstattung samt bequemer Sitze und reichlich Beinfreiheit, jeder Menge Platz im Kofferraum und ordentlich Fahrspaß. Und mit Sync 3 mit dem vielleicht besten Connectivity System, das es derzeit auf dem Markt gibt, übersichtlich, benutzerfreundlich und dank Apple CarPlay und Android Auto ideal, um die Funktionen des eigenen Mobiltelefons zu nutzen. Eine gute Mischung aus Familienkutsche und Sportlichkeit – bis hin zum Sound: Rollt man entspannt durch eine Wohngegend, muss man fast das Atmen einstellen, um das eigene Auto zu hören. Gibt man aber Gas, kommt ein sportliches Röhren vom Auspuff.

Unspektakulär und aufgeräumt ist das Cockpit des Focus – samt Sync 3 mit großem Display.

Unspektakulär und aufgeräumt ist das Cockpit des Focus – samt Sync 3 mit großem Display.

Preislich geht der neue Focus weit unter 20.000 Euro los. Vermutlich ist man sich bei Ford aber bewusst, dass kaum jemand diese Basis-Variante bestellen wird. Doch selbst unsere mehr als gut ausgestattete Test-Version steht mit “nur” knapp über 30.000 Euro in der Liste. In Laufe des Jahres soll zudem eine ST-Variante mit 275 PS kommen, 2020 eine nochmal höher motorisierte RS-Variante, da ist preislich dann noch mehr Platz nach oben. Wer sparen möchte, greift zum kleineren 1,0-Liter-EcoBoost-Motor. Damit gewinnt man zwar keine Rennen, für die Durchschnittsfamilie reichen die 125 PS aber locker aus. Und neben dem Kaufpreis sinkt auch der Verbrauch.

Denn bei aller Optik und allem Fahrspaß, Kompakte wie der Focus müssen auch oder vielleicht sogar vor allem praktisch sein. Nicht umsonst nehmen hierzulande fast drei Viertel aller Käufer die Turnier getaufte Kombi-Variante. Und praktisch kann der Focus. Man kriegt Familie samt Gepäck unter, niemand sitzt gequetscht und selbst in der City ist die Parkplatzsuche nicht allzu schwer. Es gibt kleinere und größere Autos. Es gibt günstigere und solche, die mehr fürs Image tun. Aber wenn man von allem etwas haben möchte, ist man, vor allem als Familie, mit dem Focus schon auf dem richtigen Weg.

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Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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