Erfolg statt 08/15

Olaf Schmiedt (li.) und Jürgen Füllenbach, der Vorstand der Bensberger Bank, sind zufrieden mit dem Geschäftsjahr 2018.

Bergisch Gladbach Die Bensberger Bank bewegt sich weiter gegen einige Trends der Branche. Während um sie herum die anderen genossenschaftlichen Banken durch Fusionen immer größer werden, möchte sie eigenständig und zumindest im regionalen Vergleich eher klein bleiben – und hat damit Erfolg. Das wurde bei der diesjährigen Bilanzpressekonferenz deutlich. „Wir schauen erfolgreich und zufrieden auf das Jahr 2018 zurück“, fasste Vorstand Olaf Schmiedt die Entwicklung zusammen.

Ablesen lässt sich dieser Erfolg in der Bilanz vor allem an zwei Kennzahlen: Sowohl die Bilanzsumme stieg, um 16 Millionen Euro auf 526 Millionen, als auch die Zahl der Genossenschaftsmitglieder, also der Besitzer der Bank, um 78 auf 8.737. „Getrieben wurde dieses Wachstum vom Passivbereich“, sagt Schmiedt, also von einem Zuwachs an Kundeneinlagen. Zwar gebe es auch Steigerungen beim Kreditgeschäft, da man aber vor allem Immobilienfinanzierungen mit Zinsfestschreibungen über zehn Jahre an eine Partnerbank vermittle, tauche dies nicht in der eigenen Bilanz auf. Ähnliches gelte für das Wertpapiergeschäft, sagt Schmiedts Vorstandskollege Jürgen Füllenbach. Zwar habe die Bensberger Bank im Jahr 2018 in diesem Bereich zusätzliches Geschäft generiert, durch den Kursverfall an den Börsen sei das aber aus der Bilanz nicht ersichtlich.

Ein klares Bekenntnis gab es vom Vorstand zum Standort (Füllenbach: „Wir zahlen hier die Steuern, das ist uns wichtig, als regionales Institut“) und zu den vier Geschäftsstellen: „Wenn wir die Nähe zu unseren Kunden halten wollen, brauchen wir auch die räumliche Nähe.“ Nachdem die Bensberger Bank schon in der Vergangenheit davon profitierte, dass andere Banken sich aus dem Stadtteil zurückzogen, so wie 2016 die Deutsche Bank, erlebt derzeit vor allem die Moitzfelder Filiale starken Zulauf, da die dortige Niederlassung der Kreissparkasse Köln bald schließt.

Dabei bemühe sich die Bank um Kunden jeden Alters, und auch das mit Erfolg: „Wir wachsen vor allem auf der jungen Ebene“, sagt Füllenbach. Denn anders, als lange gedacht, würden auch internetaffine junge Menschen die persönliche Beratung und den Abschluss vor Ort oft bevorzugen. „Unsere Kunden kommen durch das Internet gut informiert zu uns“, sagt Olaf Schmiedt. „Was aber auch Spaß macht, weil man sich dann auf Augenhöhe unterhalten kann.“

Neben dem Geschäft vor Ort habe sich das Institut längst auch einen guten Ruf über die Grenzen des Stadtteils hinaus erarbeitet, vor allem für vermögende Kunden und solche mit besonderen Ansprüchen, sagt der Vorstand. „Wir realisieren immer mehr Sonderfälle, die so in Großbanken offensichtlich nicht darstellbar sind“, sagt Jürgen Füllenbach. „Weil wir eben nicht alles 08/15 machen.“

Zum Jahreswechsel hatte die Bensberger Bank 110 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, darunter neun Azubis. Größtes Projekt für dieses Jahr ist sicherlich eine EDV-Umstellung. Am 17. August wird das Computersystem der Bensberger Bank und anderer genossenschaftlicher Banken in der Umgebung umgestellt, bis dahin seien rund 12.000 Arbeitsstunden in dieses Projekt geflossen, sagt Olaf Schmidt: „Das sind etwa sechs Prozent unserer gesamten Arbeitsleistung.“ Ein bis zweieinhalb Tage werden die Systeme der Bank nur sehr eingeschränkt arbeiten können – und das mitten in den Sommerferien. „Wir konnten uns das leider nicht aussuchen“, sagt Jürgen Füllenbach, der die Kunden und Mitglieder der Bank vorab noch einmal ausreichend informieren möchte. „Nicht dass einer unserer Kunden gerade an diesem Samstag auf Mallorca steht und sein Hotel nicht mit der EC-Karte bezahlen kann.“

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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