Demokratische Hilfe für Vereine

AggerEnergie-Geschäftsführer Frank Röttger (Mi.) übergab die Spenden an die Hospiz-Stiftung aus Wiehl und den Gummersbach Verein.

Oberberg Spenden statt Weihnachtspräsente – das ist in immer mehr Unternehmen inzwischen gängige Praxis. Der Gummersbach Energieversorger AggerEnergie praktiziert das nicht nur schon seit zwölf Jahren, dort hat man die Vergabe der Spende sogar demokratisch geregelt. Über die sozialen Medien können sich Vereine und andere Institutionen bewerben, im Intranet des Unternehmens können die Mitarbeiter dann abstimmen, wer das Geld bekommt. In diesem Jahr wurden die Johannes-Hospiz Oberberg Stiftung in Wiehl und der Gummersbacher Verein „Chancen – Leben geben“ bedacht. Beide erhielten je 1.500 Euro.

Die Wiehere Stiftung und der dazu gehörige Förderverein unterstützen mit dem Geld die regionale Hospiz-Arbeit. Sowohl das stationäre Hospiz der Johanniter in Wiehl als auch das Engagement der Malteser, die als Ehrenamtler im stationären Hospiz arbeiten, einen ambulanten Hospiz-Dienst anbieten und zudem das Trauerzentrum für Hinterbliebene unterhalten.

Um all das am laufen zu halten, müssen Stiftung und Förderverein jedes Jahr rund 180.000 Euro aufbringen, sagt Stiftungsmanager Michael Adomaitis – zusätzlich zu den Eigenmitteln, die die beiden Hilfsorganisationen aufwenden müssen. Neben dem Betrieb des Hospiz´und der Ausbildung der ehrenamtlichen Mitarbeitern werde das Geld zum Teil auch verwendet, um schwerkranken Menschen Wünsche zu erfüllen. „Das kann eine Fahrt ans Meer sein oder auch ein neuer Schlafanzug“, sagt Adomaitis.

Sehr viel jünger als die Hospizbewegung in Wiehl ist der Verein „Chancen – Leben geben“ aus Gummersbach, der seit gut eineinhalb Jahren Kinder und Jugendliche aus einkommensschwachen Familien bei der Freizeitgestaltung und in der Bildung finanziell unterstützt. Gründerin Barbara Gelhausen hatte bei ihrer Arbeit für eine Musikschule festgestellt, dass sich immer mehr Familie den Musikunterricht für ihre Kinder nicht leisten können: „Das wollten wir nicht länger so hinnehmen.“

Und so sammelt der neue Verein Geld ein, um davon Vereinsbeiträge, Musik- und Reitunterricht, Ferienfreizeiten aber auch Taschenrechner oder Nachhilfe zu finanzieren. 33 Kinder und Jugendliche habe man so im vergangenen Jahr unterstützt, berichtet Barbara Gelhausen. Bei 20 setze man dies in diesem Jahr fort. „Wir waren völlig aus dem Häuschen, als die E-Mail der AggerEnergie kam“, erinnert sie sich an die Nachricht, dass ihr Verein die Spende bekommen wird. Denn der junge Verein finanziert sich ausschließlich aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden. „Das Geld ist quasi schon verplant.“

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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