Per Flyer und App durch die Stadt

Großes Publikum vor dem kleinen Gartenhaus: Bernd Klüting übernahm bei der Premiere die Führung durch Radevormwald

Radevormwald Lindlar und Reichshof haben kulinarische Ortsführungen, Hückeswagen spezielle für Frauen  – geführte Rundgänge sind derzeit „in“ unter den Touristikern im Oberbergischen. Ganz im Norden, in Radevormwald, hat man das Thema nun auch aufgegriffen, aber anders. Statt regelmäßig von einem menschlichen Führer geleitet können Besucher und Einheimische die Bergstadt jederzeit erkunden, mithilfe von 16 Infotafeln, einem Flyer und, wer mag, dem Smartphone.

Der „Historische Stadtrundgang Radevormwald“ ist nur ein Ergebnis eines Prozesses, der bereits vor Jahren begonnen hatte. Seit 2015 arbeiten Stadt, der Verein Citymanagement und weitere Partner daran, die Rader Innenstadt wieder zu beleben. Der Feierabend-Markt am Freitagnachmittag ist genauso dabei herausgekommen wie das Besucherleitsystem.

Nun also der Ortsrundgang, der die Besucher auch in die „versteckten Ecken der Innenstadt“ führen soll, wie es Bürgermeister Johannes Mans bei der Eröffnung sagte. 16 Stationen gibt es, die man nicht unbedingt in der vorgegebenen Reihenfolge besuchen muss. Hält man sich aber daran, geht es an der Friedenseiche auf dem Marktplatz los und dann einmal quer durch die Alt- und Innenstadt. Vorbei unter anderem am historischen Gartenhaus im Parc de Chateaubriant, dem Heimatmuseum und dem Schloßmacherplatz.

Eine Tafel an jeder Station erklärt die Sehenswürdigkeit und erläutert Hintergründe zur Geschichte. Ein kostenloser Flyer samt Stadtplan führt die Besucher von Station zu Station. Die Strecke ist ungefähr zwei Kilometer lang, ihr zu folgen dauert eine gute Stunde. Und mit der kostenlosen App „Actionbound“ auf dem Smartphone kann die Tour mit einem interaktiven Quiz verbunden werden.

Dass an dem Format grundsätzlich Interesse besteht, zeigte die Premiere: Beim ersten historischen Stadtrundgang durch Radevormwald, diesmal mit Bernd Klüting vom Bergischen Geschichtsverein als menschlichem Stadtführer, nahmen mehr als 50 Interessierte teil. Rund 58.000 Euro hat der Rundgang gekostet, zur Hälfte finanziert vom Verein Citymanagement, in dem sich Einzelhändler, Gastronome, Hauseigentümer, Unternehmen, Vereine und Bürger zusammengeschlossen haben. Der Bergische Geschichtsverein steuerte die Texte zu den Infotafeln bei.

Genutzt werden kann der „Historische Stadtrundgang“ kostenfrei und terminunabhängig – ganz allein lassen die Rader ihre Besucher aber nicht. Drei Stadtführer, neben Bernd Klüting auch Bernhard Priggel vom Geschichtsverein und der ehemalige Bürgermeister Friedel Müller, bieten auf Nachfrage auch weiterhin Stadtführungen und -rundgänge an.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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