Gastro-Tipp: Thai-Rolle rückwärts

Optisch gewöhnungsbedürftig: Im Bambus Garten dominiert der namensgebende Bambus.

Gummersbach Ein Schritt durch die Tür des Bambus Garten ist ein bisschen wie eine Zeitreise. Zurück in die 80er. Als die ersten chinesischen Restaurants in der Gegend eröffneten, die offensichtlich alle den gleichen Innenarchitekten hatten. So ähnlich sieht auch das thailändische Restaraurant in der Gummersbacher City aus. Nur statt des dunklen chinesischen Holzes mit hellem thailändischen Bambus. Zusammen mit der breiten Fensterfront, hinter der man eher einen Fahrradladen erwarten würde, und der mehr als sparsamen Beleuchtung drinnen ergibt das kein wirklich einladendes Ambiente.

Trotzdem ist der Laden schon am frühen Samstagabend gut gefüllt. Und glaubt man den Bewertungen auf einschlägigen Internet-Portalen, gehört der Bambus Garten zu den besten Restaurants in der Kreisstadt. Irgendetwas müssen die hier also können.

Bleibt der Logik nach eigentlich nur das Essen. Wir starten mit ganz ordentlichen Frühlingsrollen und einem wunderbar sämigen Tom Kha Gai. Die Hühnersuppe mit Kokosmilch und Champions bietet quasi bei jedem Löffel eine neue geschmackliche Entdeckung.

Bei den Hauptgerichten folgt die Karte der bekannten Logik, dass man viele Gerichte mit unterschiedlichen Fleischarten bestellen kann. Das gebratene Hühnerfilet mit Gemüse und Cashews wäre vielleicht mit Rind noch besser gewesen. Aber auch so ist es herrlich würzig, toll abgestimmt und ziemlich spannend. Nur den Jasmin-Reis dazu haben wir woanders schon als leckerer empfunden. Die gebratenen Nudeln mit knuspriger Ente sind dafür ein Gedicht. Keine Ahnung, ob das authentisch thai ist. Wir finden es extrem lecker.

Mit dem Drumherum, vor allem mit der Optik, muss man sich im Bambus Garten arrangieren können. Das Essen ist dafür wirklich gut. Und wenn man zu zweit mit Vorspeise, Nachtisch und Getränken weniger als 60 Euro zahlt, gibt es in diesem Punkt sicherlich auch nichts zu meckern.

Bambus Garten,
Franz-Schubert-Straße 2, Gummersbach

Di-Mi, Fr-So 12-15 und 18-21.30 Uhr, Do 18-21.30 Uhr,

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

Hinterlasse einen Kommentar