Hilfe für die Helfer

Über 45.000 Euro wurden in der KSK-Geschäftsstelle Engelskirchen an Awo, Diakonie und Caritas überreicht.

Oberberg Auch in diesem Jahr unterstützen die oberbergischen Sparkassen die Schuldnerberatung im Kreis finanziell. Die Kreissparkasse Köln, die Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt, die Sparkasse Wiehl und die Sparkasse Radevormwald-Hückeswagen überreichten einen Scheck über mehr als 45.000 Euro an Awo, Caritas und Diakonie. Die drei Hilfsorganisationen stellen die Schuldnerberatung im Kreis sicher. Finanziert wird das Angebot teils vom Kreis, für die Beratung von Hartz-IV-Empfänger, teils vom Land im Rahmen der Insolvenzberatung. Durch das Geld der Sparkassen werden weitere Beratungen und auch Präventionsangebote ermöglicht.

Rund 600 „Neuaufnahmen“ verzeichnen die drei Organisationen pro Jahr bei ihren oberbergischen Beratungsstellen. „Es wäre deutlich mehr Arbeit da, die wir erledigen könnten“, sagt Peter Rothausen von der Caritas. „Aber unsere Kapazitätsgrenze ist längst erreicht.“ Dabei entspanne die gute wirtschaftliche Entwicklung die Situation derzeit. „Ich möchte nicht sehen, wie das ist, wenn die Konjunktur wieder dreht.“

Die Klienten der Schuldnerberatung und ihre Probleme seien vielfältig, sagen Wendy Werry und Nadja Walkenbach von der Diakonie. Alleinerziehende gehören genauso dazu wie Menschen, die ihren Job verloren haben, ehemalige Selbstständige oder Bauherren, die nach einer Zwangsversteigerung auf Restschulden sitzen geblieben sind. Weiter zugenommen habe zudem das Thema Altersarmut. Während das Handy als Schuldenfalle inzwischen „entschärft“ sei, kämen neue Themen auf die Berater zu. Mitgliedschaften in Fitness-Studios zum Beispiel. Oder auch Flüchtlinge, die unwissend Abos und andere Verträge abgeschlossen haben.

In der Beratung gehe es zunächst darum, Einnahmen und Ausgaben in Einklang zu bringen, schildert Thomas Kröger von der Awo seine Arbeit. Dazu müsse man sich meist erstmal einen Überblick über alle Forderungen verschaffen, viele Betroffene würden Briefe meist gar nicht mehr öffnen. „Wir sorgen auch dafür, dass erst die wichtigen Forderungen bedient werden, Strom und Miete zum Beispiel, und nicht das Inkasso-Unternehmen, das am lautesten schreit.“ Ziel sei immer die Schuldenfreiheit des Klienten – in Rund der Hälfte aller Fälle über eine Privatinsolvenz.

Seit 1998 sind die Sparkassen in Deutschland gesetzlich verpflichtet, die Arbeit der Schuldnerberatungen finanziell zu unterstützen. Seither flossen bundesweit mehr als 50 Millionen Euro. Dabei, das machten die Schuldnerberater klar, seien die Sparkassen ähnlich wie die Volks- und Raiffeisenbanken so gut wie nie Schuld an der Überschuldung von Menschen. „Da würden wir uns schon ein Verursacherprinzip wünschen“, sagt Peter Rothaus. Zum Beispiel, indem sich Banken, die leichtfertig Konsumentenkredite vergeben, an den Kosten der Schuldnerberatung beteiligt werden.

 

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

Hinterlasse einen Kommentar