Das Ende einer Techno-Institution

Wuppertal Die besten deutschen Clubs für elektronische Musik befinden sich in Berlin, München, Hamburg, Köln – und Wuppertal. Diese Aufzählung gilt aber nur noch bis zum Jahresende. Denn dann wird das Butan, erst im Vorjahr von der Fachzeitschrift FAZEmag zum wiederholten Mal zum drittbesten Technoclub der Republik gewählt, seine Tore schließen. Nach 21 Jahren. „Wir konnten uns mit unserem Verpächter leider nicht auf einen neuen Pachtvertrag für 2019 einigen“, teilt Inhaber Tobias Wicht mit.

Nun wolle man die letzten 16 Wochen des legendären Clubs nutzen, „uns von unserem Wohnzimmer gebührend zu verabschieden“, heißt es in der Mitteilung weiter. Die letzte Party ist für den ersten Weihnachtsfeiertag, den 25. Dezember, geplant. „Bis dahin werden wir mit 110 Prozent Einsatz die letzten Abende mit Euch gestalten und vielleicht verabschiedet sich ja auch noch der eine oder andere Künstler persönlich an kurzfristig angesetzten Sonderterminen.“

Die Nachricht von der bevorstehenden Schließung löste zahlreiche Reaktionen in verschiedenen Medien aus. Neben den lokalen Medien in Wuppertal vermeldete unter anderem auch die WAZ aus Essen das Ende des Clubs, außerdem das DJ Mag und das FAZEmag. „Wir haben unzählige Partys im Butan gefeiert und jedes Mal die einmalige Atmosphäre genossen. Nicht jede Party war legendär, aber so viele legendäre Nächte wie im Butan haben wir nirgendwo verbringen dürfen“, heißt es dort.

In mehr als 20 Jahren hat sich das Butan durch zahllose Partys und sehr viele gute DJ-Line-Ups in die Oberklasse der deutschen Techno-Clubs vorgearbeitet, trotz der Lage in Wuppertal-Heckinghausen. Die Liste der Star-DJs, die hier am Plattenteller standen, ist lang, darunter Carl Cox, Fritz Kalkbrenner, Paul van Dyk, Tiesto, Westbam und Sven Väth. Doch die Hoffnung, dass das noch nicht endgültig vorbei sein muss, bleibt: „Aber seid Euch sicher – wir werden uns auch nach dem Closing nicht im Keller einschließen, sondern von anderer Stelle von uns hören lassen – auf unsere Art und Weise“, teilt das Butan-Team per Facebook mit.

 

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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