950 Tonnen Kohlenstoffdioxid weniger

Fünf Bürgermeister, ein Beigeordneter, ein Kämmerer und zahlreiche Geschäftsführer kamen in Gummersbach zusammen, um die Zielvereinbarung zu unterzeichnen.

Oberberg 1.900 Megawattstunden Energie und damit 950 Tonnen Kohlenstoffdioxid wollen sechs oberbergische Gemeinden, der Kreis und weitere Partner bis zum Jahr 2020 einsparen. Darauf haben sich die Mitglieder des Netzwerkes „LEEN an der Agger“ verständig. Im Foyer der Gummersbacher Schwalbe-Arena unterzeichneten Vertreter der Netzwerk-Partner eine freiwillige Zielvereinbarung, nach der in den nächsten drei Jahren verschiedene Maßnahmen umgesetzt werden sollen, mit denen sie fünf Prozent ihres Energiebedarfes einsparen wollen.

Vor einem Jahr war das Netzwerk gestartet, initiiert vom Gummersbacher Energieversorger AggerEnergie. LEEN steht für Lernende Energieeffizienznetzwerke, ein Ansatz, der seit 2009 bei weit über einhundert Kommunen und Industrieunternehmen zur Steigerung der Energieeffizienz verfolgt wird. „Netzwerk ist das Gegenteil von Kirchtumdenken“, fasst Jürgen Hefner, technischer Beigeordneter der Stadt Gummersbach, eine der Grundideen zusammen: „Wer Wissen teilt, kommt schneller zu Lösungen“.

Neben der Kreisverwaltung, die allein in Gummersbach 25 Gebäude unterhält, nehmen die Kommunen Gummersbach, Bergneustadt, Engelskirchen, Morsbach, Reichshof und Marienheide an LEEN teil, hinzu kommen weitere Partner wie das Klinikum Oberberg, die Gummersbacher Stadtwerke, die AWO Rhein-Oberberg und die AggerEnergie. Zusammen betreiben sie einige hundert Gebäude im Kreis.

Im ersten Jahr des Bestehens wurden innerhalb des Netzwerkes vor allem der Ist-Zustand ermittelt und erste Ideen entwickelt und ausgetauscht. Möglichkeiten, Energie zu sparen, gebe es viele, sagt Dr. Michael Urban von der Firma Saller, die LEEN als Berater begleitet. Manchmal reiche es schon, nachts, wenn das Gebäude nicht benutzt wird, Verbraucher abzustellen oder Lüftungen umzuprogrammieren. Aber auch der Austausch von Fenstern, zusätzliche Wärmedämmung an Gebäuden und die Umrüstung von Belichtungssysteme auf LED seien möglich.

So war dann auch der Ort der Unterzeichnung nicht zufällig gewählt. „Es gibt keine Arena in NRW und vermutlich in ganz Deutschland die energetisch so gut versorgt ist wie die Schwalbe-Arena“, sagte Harald Kawczyk, Geschäftsführer der Artena, zur Begrüßung. Auf dem Dach ist eine Photovoltaik-Anlage installiert, die Wärme kommt aus einem nahen Holzhackschnitzel-Kraftwerk und im letzten Jahr wurde die kompletten Lampen gegen energiesparende LED ausgetauscht.

Bindend ist die Vereinbarung nicht. „Es wird niemand verhaftet, wenn wir es nicht schaffen“, sagt Mirko Krück, Geschäftsführer der LEEN GmbH, die als Dienstleister und Moderator hinter dem Netzwerk steht. „Aber wir werden uns an diese Zielen messen lassen.“ Dazu soll es ab sofort einen jährlichen Report geben.

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.