2.500 Mal ein gesundes Frühstück

Overaths Bürgermeister Jörg Weigt (li.) und Landrat Stephan Santelmann nutzten die Vorstellung der Brotboxen für ein "Quiz" mit den neuen i-Dötzchen: Welche Lebensmittel sind gesund? Und welche nicht?

Rhein-Berg Ob das Frühstück wirklich die wichtigste Mahlzeit des Tages ist, darüber streitet die Wissenschaft noch. Dass aber ein gesundes und ausgewogenes Frühstück den Start in den Tag erleichtert, auch und gerade für Kinder, dem mag wohl kaum jemand widersprechen. „Aus Gesprächen mit Lehrern weiß ich, welche Auswirkungen es hat, wenn Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen“, sagt zum Beispiel Overaths Bürgermeister Jörg Weigt, bis zu seinem Amtsantritt im Schulamt Köln beschäftigt. Laut Studien betrifft dies immer noch rund jedes dritte Kind in Deutschland. Dem entgegenwirken sollen die Bio-Brotboxen, die im Rheinisch-Bergischen Kreis zu jedem Schuljahresbeginn an die i-Dötzchen verteilt werden. So auch in diesem Jahr wieder. Und das schon zum zwölften Mal.

Denn die Box enthält nicht nur Brot, Tee, Auftstrich und Müsli in Bio-Qualität, sie biete vor allem einen Anknüpfpunkt, um mit den Kindern über Ernährung zu sprechen, sagt Susanne Flügge-Urbic, Leiterin der Grundschule Immekeppel in Overath. An ihrer Schule stellten Bürgermeister Weigt und Landrat Stephan Santelmann in diesem Jahr die Aktion vor — und nutzten die Gelegenheit auch gleich für ein kleines „Quiz“ mit den neuen Erstklässlern über gesunde Ernährung. So erreiche man über die Kinder im besten Fall auch die Familien, sagt Santelmann. Allein in diesem Jahr erhalten rund 2.500 Schülerinnen und Schüler an 63 Schulen im Kreis die Bio-Brotbox. In den vergangenen Jahren waren es zusammen mehr als 30.000.

Ein weiteres Standbein der Aktion sei die Nachhaltigkeit, so Britta Demmer, die das NaturGut Ophoven bei der Öfentlichkeitsarbeit unterstützt. Die Mitarbeiter der Leverkusener Natur-Erlebnis-Einrichtung waren es, die die Brotboxen-Aktion vor Jahren auch in Rhein-Berg initiierten. Bis heute ist das NaturGut als Partner dabei – zusammen mit fast 40 weiteren Unterstützern, die Geld oder Produkte beisteuern. Selbst in 8. und 9. Klassen treffe sie regelmäßig Schüler mit den Boxen an, sagt Britta Demmer. Das halte das Thema Ernährung in den Köpfen der Jugendlichen und spare zudem noch jede Menge Frischhalte- oder Alufolie.

Gepackt werden die Boxen am Donnerstag, 5. September, im großen Sitzungssaal im Kreishaus, neben den Azubis der Kreisverwaltung und weiteren Mitarbeitern des Kreises nehmen daran auch immer Vertreter der Sponsoren und Schüler des benachbarten Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums teil. Tags drauf holen die Kommunen des Kreises die Boxen, bereits vorsortiert nach Schulen und Klassen ab, die dann von den Lehrern im Unterricht an die Schüler verteilt werden.

Die Karten mit Bildern der verschiedenen Lebensmittel sortieren die Kinder anschließend nach "gesund" und "ungesund" – mit ein bisschen Hilfe von Schulleiterin Susanne Flügge-Urbic (re.). Im Vordergrund sieht man die Boxen und Trinkflaschen, wie sie am Freitag an die Kinder verteilt werden.

Die Karten mit Bildern der verschiedenen Lebensmittel sortieren die Kinder anschließend nach „gesund“ und „ungesund“ – mit ein bisschen Hilfe von Schulleiterin Susanne Flügge-Urbic (re.). Im Vordergrund sieht man die Boxen und Trinkflaschen, wie sie am Freitag an die Kinder verteilt werden.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.