Erdgas-Umstellung ist gestartet

RNG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Groß mit Richard Barz von der Polizei und Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden.RNG-Geschäftsführer Dr. Ulrich Groß mit Richard Barz von der Polizei und Kreisbrandmeister Wolfgang Weiden.

Rhein- und Oberberg Das Projekt Erdgas-Umstellung in Rhein- und Oberberg hat begonnen. Seit dem 5. Juni werden die ersten Geräte in Bergisch Gladbach und Teilen Odenthals für die spätere Umstellung erfasst. Bis 2029 sind dann die anderen Kommunen in der Region dran. Um möglichen Betrugsversuchen von Trittbrettfahrern vorzubeugen, arbeitet die Rheinische Netzgesellschaft (RNG) als Betreiber der Gasnetze im größten Teil von Ober- und Rhein-Berg eng mit Polizei und Feuerwehr zusammen. Außerdem gibt es ein mehrstufiges Sicherheitssystem.

Jeder Erdgas-Kunde im Bergischen bekommt in den nächsten Jahren Besuch vom Betreiber des jeweiligen Gas-Netzes. Grund ist eine Umstellung des gelieferten Gases. Kommt das bisher noch aus den Niederlanden, wird es zukünftig aus Norwegen, Großbritannien oder Russland ins Bergische geliefert. Und damit ändert sich auch der Brennwert, worauf die Geräte, Heizungen, Herde und andere Verbraucher, eingestellt werden müssen. Jeweils immer zwei Jahre vor der eigentlichen Umstellung werden die Geräte erfasst und der Umrüstungsbedarf ermittelt. Falls nötig, wird in einem zweiten Besuch dann noch eine Nachrüstung und eine Umprogrammierung der Geräte vorgenommen.

Los geht die Umstellung hier in der Region mit Bergisch Gladbach und einem kleinen Teil von Odenthal im Jahr 2020, kurz danach folgen noch im gleichen Jahr Overath, etwa die Hälfte von Rösrath sowie Engelskirchen und Lindlar im Oberbergischen Kreis. Entsprechend beginnen nun, also rund zwei Jahre vorher, die Erfassungsbesuche. Damit diese Phase nicht von Betrügern ausgenutzt wird, um sich illegal Zutritt zu Wohnungen oder Kellern zu verschaffen, gibt es ausgeklügeltes Sicherheitsverfahren. Außerdem hat die RNG früh die Polizei mit eingebunden.

„Wir haben im Vorfeld viele mögliche Szenarien durchgespielt“, sagt Richard Barz, Pressesprecher der rheinisch-bergischen Polizei. Geholfen haben dabei auch Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands. In Bremen und Umgebung zum Beispiel ist die Umstellung schon wesentlich weiter fortgeschritten. Jeder Besuch der Monteure wird etwa zwei Wochen vorher per Brief angekündigt. Darin enthalten ist auch eine PIN. Der Monteur ist später an einer einheitlichen Kleidung, einem Ausweis und eben dieser PIN zu erkennen. „Wenn wir Ihnen 4711 mitteilen und der Monteur hat die 4712, dann lassen Sie ihn nicht rein“, sagt Dr. Ulrich Groß, Geschäftsführer der RNG.

„Die Kommunikation der RNG ist ziemlich eindeutig und nachvollziehbar“, sagt Richard Barz. Zumal jedem Ankündigungsschreiben auch noch ein Flyer der polizeilichen Präventionsstelle beiliege. „Trotzdem gilt das, was wir immer sagen: Im Zweifel lieber die Polizei anrufen und wir klären das vor Ort.“ Die Kollegen in den Wachen seien entsprechend informiert. Dass das aber nicht allzu oft nötig sein wird, zeigen die bisherigen Erfahrungen. In der ersten Woche der Erfassung landete bisher genau eine Anfrage bei der Gladbacher Polizei, berichtet Barz.

Neben der Polizei steht die RNG auch selber bei Fragen zur Verfügung. Unter der kostenlosen Telefonnummer 0800-4398444 werden außerdem auch Termine neu vergeben, wenn der schriftlich angekündigte nicht passt. Und auf der Website der Erdgas-Umstellung können weitere Sicherheitshinweise abgerufen werden, außerdem gibt es eine Karte des Gebietes und den dazugehörigen Zeitplan, so dass jeder Erdgas-Kunde nachschauen kann, wann seine Gemeinde an der Reihe ist.

Die Rheinische Netzgesellschaft (RNG) kümmert sich als Betreiber des Gas-Netzes um die Umstellung in allen Gemeinden Rhein-Bergs außer Kürten und Wermelskirchen und in allen oberbergischen Kommunen außer Wipperfürth, Hückeswagen und Radevormwald. Während in Radevormwald die dortigen Stadtwerke die Arbeiten übernehmen, ist in den vier übrigen Gemeinden die BEW zuständig.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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