BB-Ten: A Star Wars Story

Allen, die wie meine Wenigkeit, schon zu den älteren Semestern gehören, klingeln bei der Schriftzeichenkombination „BB“ die Ohren. Galten sie doch in meiner Jugendzeit als Synonym für „Brigitte Bardot“. Eine junge französische Schauspielerin, angehimmelt von unzähligen schmachtenden Filmfans. Kurzzeit-Ehefrau von Gunther Sachs, Modell der „Marianne“, jener Büste, die in jedem französischen Rathaus steht, Projektionsfläche sämtlicher sexuellen Sehnsüchte ihrer Zeit- und gerade deshalb todunglücklich, wie sie in ihren Memoiren schreibt. Deshalb stieg sie aus dem Show-biz aus und widmete sich fortan dem Tierschutz. Was ja hochlöblich ist. Allerdings entwickelte sie sich zu einer verbitterten alten Frau, deren Engagement mittlerweile faschistoide Züge trägt. Proportional zu ihrer Liebe zu Tieren wuchs ihr Hass auf Menschen. So wurde sie Unterstützerin von Marie le Pen, weil der französische „front-national“ gegen Muslime und Juden hetzt. Und da sowohl der Islam als auch das Judentum rituelles Schlachten kennt, wurde sie Anhängerin dieser radikalen Rechtspartei. Das passiert, wenn Engagement zur Ideologie und Ersatzreligion wird.

Die heutigen Jugendlichen denken nicht mehr an Brigitte Bardot, wenn sie „BB“ hören, sonder wahrscheinlich an „BB-8“. Das ist jener bezaubernde kleine Roboter aus den jüngeren Star-Wars-Filmen. Eine Kugel, die durch die Szenen flitzt und die Herzen der Zuschauer im Sturm erobert hat. Auch der „Han  Solo aus Hückeswagen“, seines Zeichens Redakteur beim „Bergischen Boten“, wird ein Fan des putzigen Kugelblitzes „BB-8“ sein.

Womit wir beim Thema wären: „BB-Zehn“. Denn gebildete Zeitgenossen assoziieren bei „BB“ weder Brigitte Bardot noch Star-Wars, sondern selbstverständlich: „Bergischer Bote“. Und dieses erfolgreiche Bergische Kleinod im großen Blätterwald der Republik wird zehn Jahre alt! Nun gibt es unzählige „Gratis-Zeitungen“, die als Magazin oder Anzeigenblätter ausliegen oder die Briefkästen verstopfen. Aber seien wir ehrlich: Es sind überwiegend Werbeprospekte mit nen bisschen Text drumherum. Entsprechend langweilig und unattraktiv sind sie demnach auch. Der Bergische Bote ist die rühmliche Ausnahme. Professionell, textfokussiert, Hochglanz-Layout, und deshalb seit zehn Jahren verdientermaßen erfolgreich. Mindestens ebenso lang gibt es die Sterberufe auf die Print-Medien. Zahlreiche tiefdepressive Wehklagen sagen den Tod des Gedruckten voraus. Ich glaube das nicht. Das Gefühl, ein Buch oder Magazin in den Händen zu halten, welches nach Druckerschwärze und Papier riecht, das man mit Eselsohren und Kaffeeflecken zum Eigenen machen kann, welches unvergleichlich in der Hand liegt wie ein Freund, wird immer seinen Markt haben. Nicht mehr in der Masse wie früher, die Zeiten sind vorbei, aber niemals wird mir ein elektronischer Text auf einem Pad oder Smartphone meine geliebte Zeitung ersetzen können! Dafür muß die Zeitung aber gut sein. Das heißt: Auf den Journalisten kommt es an. Obwohl es köstliche Spöttereien über diesen ehrenwerten Beruf gibt. Kostprobe? Mark Twain hat gesagt: „Journalisten sind Menschen, die ihr Leben lang darüber nachdenken, welchen Beruf sie verfehlt haben.“ Das ist natürlich falsch und gemein. Trotzdem gut gesagt. Twain war ja selber Zeitungs-Redakteur und konnte genial schreiben. So wie, ich glaube, es war Winston Churchill, der die genialste Replik auf eine unfaire Kritik formuliert hat. Als er einen Verriss über einen Artikel aus seiner Feder in einer Gazette las, schrieb er dem Kritiker: „Lieber Herr Sounso. Ich sitze gerade auf der Toilette und habe Ihren Zeitungsartikel vor mir. Gleich werde ich ihn hinter mir haben.“

Ein Schicksal, das den Bergischen Boten niemals ereilen wird!

Denn im Garten der Medien ist der Bergische Bote der beste Dung

Ad multos annos wünscht:
Der bergische Jung
Willibert Pauels

Willibert Pauels (Jahrgang 1954) schreibt seit 2009 eine regelmässige Kolumne im Bergischen Boten. Er wurde 1993 zum katholischen Diakon geweiht. Seit 1995 steht er als "Ne bergische Jung" in der Bütt und ist zu einer festen Größe im Kölner Karneval geworden. Er lebt mit Frau und Tochter in Wipperfürth-Hamböcken.

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