„Wir stehen zu unseren 24 Filialen“

Hans-Jörg Schaefer, Thomas Büscher, Lothar Uedelhoven und Alexander Litz, v.li., präsentierten im Leverkusener Schloss Morsbroich eine Bilanz der Fusion.

Bergisch Gladbach Die „neue“ VR Bank Bergisch Gladbach-Leverkusen hat ihre Fusion im letzten Jahr gut gemeistert, so lautet das einhellige Urteil der vier Vorstandsmitglieder im Vorfeld der ersten gemeinsamen Vertreterversammlung. „Wenn man einen Blick auf die Zahlen wirft, kann man sagen, dass die Fusion der richtige Schritt war“, fasst Vorstandsmitglied Alexander Litz die geschäftliche Situation mit Blick auf das komplette Jahr 2017 und die ersten vier Monate 2018 zusammen. Lothar Uedelhoven, Vorsitzender der Vorstandes, stellt fest: „Es hat sich bezahlt gemacht, dass wir uns so gut vorbereitet haben.“

Denn der Zusammenschluss der beiden Institute sei überwiegend „geräuschlos“ geschehen, sagt Uedelhoven. „Das kriegen wir auch von Kunden so zurückgespielt“. Wichtig sei dem Vorstand stets gewesen, sich auch in der Zeit der Fusion nicht nur mit sich selber zu beschäftigen. „Bei uns galt immer: funktionieren vor optimieren. Und das hat auch gut geklappt.“ Besser sogar, so der heutige Vorstandsvorsitzende, als bei der letzten Fusion 2005.

So waren die vorläufigen Geschäftszahlen für 2017 bereits sehr erfreulich, trotz Kosten und Aufwand durch die Fusion, das Jahr 2018 liefe bisher sogar noch besser, sagt Vorstand Alexander Litz. Die Bilanzsumme der Bank habe die zwei Milliarden Euro bereits übersprungen, das Kreditgeschäft sei in den ersten vier Monaten um 50 Millionen Euro gestiegen, die Einlagen um 40 Millionen, davon allein rund 25 Millionen im Bereich der Wertpapiere. Und was dem Vorstand fast noch wichtiger ist: Die Zahl der Mitglieder stieg um über 1.100 auf jetzt deutlich über 47.000. „In unserem Geschäftsgebiet ist fast jeder zweite unser Kunde. Und davon ist fast jeder zweite auch Mitglied“, stellt Lothar Uedelhoven zufrieden fest.

Und die Mitglieder profitieren direkt von den guten Zahlen. Bei der Vertreterversammlung wurde eine Devidende von insgesamt sieben Prozent auf die Genossenschaftsanteile beschlossen. Darüber hinaus hat die fusionierte Bank, die nun Niederlassungen in Bergisch Gladbach, Leverkusen, Rösrath, Overath, Leichlingen und Langenfeld unterhält, ihre Aktivitäten für Mitglieder weiter ausgebaut. Auch hier mit Zutaten aus beiden bisherigen Banken. „In Leverkusen gab es traditionell vor allem längere Reise, in Bergisch Gladbach eher Tagestripps“, nennt Vorstand Hans-Jörg Schaefer ein Beispiel. Inzwischen werde beides angeboten. Und auch der Spendenbeirat der bisherigen VR Bank Bergisch Gladbach, der über die Vergabe von 80.000 Euro entscheiden kann, wurde beibehalten und um Mitglieder aus Leverkusen, Leichlingen und Langenfeld ergänzt.

Ein weiterer Nutznießer des Zusammenschlusses ist laut Vorstand die Belegschaft. „Ein Ziel war ja auch, unseren Mitarbeitern zusätzliche Perspektiven bieten zu können“, sagt Hans-Jörg Schaefer. So hätten bereits zwei Mitarbeiter aus dem Bereich der ehemaligen Volksbank Rhein-Wupper Führungsaufgaben in Geschäftsstellen der ehemaligen VR Bank Bergisch Gladbbach übernommen. Während es für zwei VR-Bank-Mitarbeiter per Beförderung ins ehemalige Rhein-Wupper-Gebiet ging. Und Dank des Wachstums, des bisherigen und des geplanten, habe man auch die Stellen, die durch Synergien eigentlich hätten wegfallen können, nicht aufgegeben. Im Gegenteil: „Im Vertrieb mussten wir sogar schon wieder extern ausschreiben“, sagt Vorstand Thomas Büscher.

Um weiter zu wachsen, möchte die Bank ihr Online-Angebot ausbauen – ohne aber ihre Präsenz vor Ort zu schwächen oder gar aufzugeben. Es gehe um eine „kluge Kombination von persönlich und digital“, sagt Thomas Büscher. Deswegen gebe es neue Online-Funktionen wie der Service-Chat und die Internet-Geschäftsstelle. Und gleichzeitig sei die Geschäftsstelle Immekeppel in ein neues Gebäude umgezogen. Weitere Umbauarbeiten in anderen Filialen seien geplant, der Standort in Langenfeld solle sogar ausgebaut werden. Büscher: „Wir stehen zu unseren 24 Filialen.“

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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