Oper unter freiem Himmel

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Bergisch Gladbach Da wird der Marktplatz zur Open-Air-Oper: Am Freitag, 24. August, gastiert Verdis bekannteste Oper Nabucco auf dem Konrad-Adenauer-Platz in Bergisch Gladbach, mit einer fast 100 Quadratmeter großen Bühne, 60 Sängern und Musikern und bis zu 1.200 Zuschauerplätzen unter freiem Himmel. Der Voverkauf hat bereits begonnen.

Paulis, der veranstaltende Agentur, sind keine Unbekannten in der rheinisch-bergischen Kreisstadt. Regelmäßig sind sie mit verschiedenen Veranstaltungen im Bergischen Löwen zu Gast. Doch diesmal werden sie zu ersten Mal den Platz davor bespielen. „Wir haben schon vor 20 Jahren gemerkt, dass viele Menschen in Deutschland Klassik und Oper lieben“, sagt Inhaber Pavol Munk. Aber nicht jeder sei bereit, viele Kilometer bis in die nächste Oper zu fahren. „Also haben wir uns gedacht, dass wir zu den Leuten kommen.“ 800 solcher Auftritte habe man seither organisiert, so Munk. „Davon fast 600 mit Nabucco“.

„Wir“ heißt in diesem Fall rund 100 Mitwirkende inklusive der Bühnen-Crew, drei Sattelzüge voll Technik und Bühnenbild, ein Nightliner-Bus und zwei Reisebusse. Die Bühne wird etwa elf mal acht Meter groß sein, schräg daneben befindet sich das Orchester, auf der anderen Seite oder dahinter der Backstage-Bereich. Die Aufbauarbeiten sollen am Tag der Aufführung morgens um 8 Uhr beginnen, um 20 Uhr startet die Aufführung, die mit Pause bis etwa 22.30 Uhr. Und gegen 3 Uhr morgens soll bereits wieder alles abgebaut sein. Wo die Bühne genau stehen wird und ob das Gelände eingezäunt wird, steht noch nicht fest. Diese und andere Details müssen Stadt und Veranstalter erst noch abstimmen.

Nabucco handelt vom babylonischen König Nabukadnezar und thematisiert zum einen dessen Größenwahn und zum anderen und vor allem das Streben der Juden nach Freiheit. Insbesondere der viertimmige Chor ist weltberühmt. Das Ensemble in Bergisch Gladbach wird im Wesentlichen aus Künstlern aus Prag bestehen. „Prager werden ja mit einer Geige oder einer Gitarre in der Hand geboren“, sagt Pavol Munk lächelnd. Nabucco war der erste große Erfolg von Giuseppe Verdi an der Mailänder Scala und ist bis heute sein bekanntestes Werk. Es wurde 1842 uraufgeführt, als letztes Stück in der damaligen Spielzeit der Scala, und war ein so überwältigender Erfolg, dass es in der folgenden Spielzeit mehr als 50 Mal wiederholt wurde. Bis heute wird die Oper einige tausend Mal jedes Jahr weltweit aufgeführt.

Die Zahl der angebotenen Karten, rund 75 sind bereits verkauft, wird den Gegebenheiten vor Ort angepasst, mehr als 1.200 werden es aber nicht. Angeboten werden drei Preiskategorien von 44 bis 59 Euro. Der Vorverkauf erfolgt auch online.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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