Klavierfestival: Jubiläum in Lindlar

Louis Knappertsbusch, 2.v.li., Schüler am Wipperfürth St.-Angela-Gymnasium, war im letzten Jahr Teilnehmern am Meisterkurs und Lindlar und wird auch in diesem Jahr wieder dabei sein. Mit ihm und dem musikalischen Leiter Professor Falko Steinbach (li.) freuen sich Doris Kister von LindlarKultur, Werner Sülzer vom Förderverein für Musik in LIndlar, Andreas Jansen von der Werbeagentur SugarPool, Dr. Bernhard Wunder vom Bildungswerk Oberberg und Gemeindereferent Willi Broich aus Kürten-Dürscheid auf das Jubiläum.

Lindlar Das Klavierfestival Lindlar feiert runden Geburtstag. Bereits zum zehnten Mal treffen in diesem Jahr Pianisten aus der ganzen Welt im Oberbergischen zusammen, um zu lernen, sich auszutauschen und Konzerte zu geben. Los geht es mit dem Eröffnungskonzert am 15. Juli. Bis zum Abschluss am 27. Juli finden beinah täglich Konzerte in Lindlar, Kürten, Wipperfürth und Gummersbach statt, meistens ohne Eintritt. Kern des Festivals bildet wieder ein Meisterkurs, in dem bis zu 28 Studenten ausgebildet werden.

Für den Meisterkurs können sich Nachwuchspianisten aus der ganzen Welt bewerben. Aktuell seien neben Teilnehmern aus den USA auch welche aus China, Japan und Mexiko angemeldet, sagt Professor Falko Steinbach. Der Leiter des Bereichs Klavier und Komposition der University of New Mexico ist auch in diesem Jahr wieder musikalischer Leiter des Festivals. Zusammen mit Professorin Jeongwon Ham und Dr. Kevin Ayesh übernimmt er auch die Ausbildung der Meisterschüler.

So sehr er sich über den internationalen Zuspruch freut, würde sich Steinbach aber auch wieder mehr Teilnehmer aus der Region wünschen: „Es wäre schön, wenn wir das hier wieder intensivieren können.“ Dafür würden, sagt Steinbach, gegebenfalls sogar zusätzliche Plätze zur Verfügung gestellt. Untergebracht werden sollen die Teilnehmer, die nicht aus der unmittelbaren Nähe stammen, wiederum in Lindlarer Gastfamilien. Am besten solche, die in der Innenstadt leben, im Idealfall sogar mit eigenem Klavier. Familien, die bereit wären, die internationalen Teilnehmer für knapp zwei Wochen aufzunehmen, können sich bei LindlarKultur melden.

Zum Jubiläum wird es einige Neuerungen geben. So wird das Eröffnungskonzert am Sonntag, 15. Juli, ab 14.30 Uhr im Kulturzentrum Lindlar erstmals ein Orchesterkonzert werden. Zusammen mit dem Synphonieorchester Bergisch Gladbach unter Leitung von Roman Salyutov werden drei Solisten auftreten. Neben Salyutov und Falko Steinbach auch Gabriel Ingliss. Das achtjährige Ausnahmetalent studiert bei Steinbach an der University of New Mexico und wird von seiner Tante nach Deutschland begleitet.

Ebenfalls erstmalig wird es das Format „Konzert in sieben Gängen“ geben, das zur Finanzierung des Festivals im nächsten Jahr beitragen soll. „Wir leben seit zehn Jahren von der Hand in den Mund“, berichtet Falko Steinbach von der mühseligen Suche nach Sponsoren. Meist stünde am Beginn der Planungen noch gar nicht fest, ob man das Festival überhaupt finanzieren könne. Um diese Situation in Zukunft zu verbessern, ist eine Veranstaltung am Sonntag, 22. Juli, im Alten Amtshaus geplant, die ein mehrgängiges Menü mit Klaviermusik verbinden wird. Etwa 60 bis 100 Plätze werden dafür zur Verfügung stehen, vom Gesamtpreis von 120 Euro je Person soll möglichst viel dem Festival zufließen. Anmeldungen sind per Mail möglich.

Das Abschlusskonzert mit den Meisterschülern ist für Freitag, 27. Juli, um 19 Uhr im Kulturzentrum Lindlar terminiert. Außerdem stehen drei weitere Veranstaltungen bereits fest. Ein Workshop „Klavier hören, erleben, erfahren“ am Sonntag, 22. Juli, um 17 Uhr im Lindlarer Kulturzentrum sowie zwei Konzerte mit Lesungen mit dem syrischen Pianisten Aeham Ahmad, der durch seine Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk internationale Bekanntheit erlangte, am Freitag, 18. Juli, in der Kirche St. Marien in Kürten-Dürscheid und tags drauf im Klururzentrum Lindlar jeweils um 19 Uhr.

Die Konzerte der Schüler, die während des Festivals nahezu täglich in Lindlar, Kürten, Gummersbach und Wipperfürth stattfinden, werden terminiert, wenn die Teilnehmer alle feststehen. Etwa in der ersten Mai-Hälfte, sagt Falko Steinbach, werde das komplette Programm stehen. Zu finden ist es dann unter anderem online.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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