Ein paar Meter mehr fürs Erlebnis

Eine Ausstellung mit Messe-Charakter: GIARDINO bietet am Standort von Holz Richter in Lindlar eine riesige Auswahl.

Lindlar Eine Erfolgsgeschichte wird fortgeschrieben: Holz-Richter aus Lindlar startet mit vielen Neuerungen ins neue Jahr. Wir sprachen mit den Inhabern über Terrassen-Trends, Einkaufserlebnisse und warum die Farbe Weiß im Bergischen nicht funktioniert.

BB: Weihnachten ist gerade erst Geschichte, ist jetzt Zeit, an die Terrasse zu denken?

Anita Richter: Ja und nein. Vieles ist natürlich auch wetterabhängig. Aber der Planer, der sich also vorgenommen hat, in seinem Garten etwas zu ändern, einen neuen Belag oder neue Möbel zum Beispiel, der informiert sich jetzt. Deswegen achten wir auch darauf, dass spätestens Mitte Februar die Ausstellung mit allen Neuheiten steht.

Markus Richter: Grundsätzlich sind wir nicht so wetterabhängig wie andere Outdoor-Anbieter. Für unsere Kunden geht es in der Regel um eine geplante Investition. Unsere Terrassendielen und unsere Gartenmöbel halten ja mindestens 10, 15 Jahre.

BB: Stichwort: Dielen. Erwartet uns da etwas Neues? 

Markus Richter: Der ganz große Innovationsschub, wie er damals durch WPC gekommen ist, steht nicht an. Vorher hatte man ja nur die Wahl zwischen Dielen aus heimischen Hölzern, die dann aber Astlöcher und einen entsprechend rustikalen Charakter hatten. Oder Tropenhölzer, was viele aus ökologischen Gründen nicht wollten. Dafür war WPC eine gute Lösung. Der Trend beim WPC ist allerdings klar: Weg von Hohlkammerprofilen hin zu massiven Dielen, die sind hochwertiger und langlebiger.

BB: WPC ist ja quasi eine Mischung aus Holz und Kunststoff, gibt es nicht auch Kunden, die das nicht in ihrem Garten wollen?

Markus Richter: Natürlich gibt es Kunden, für die käme WPC niemals in Frage, die wollen ein authentisches Produkt. WPC ist ein artifizielles Produkt, das muss mir bewusst sein. Aber beides hat Vor- und Nachteile. Holz verfärbt sich viel stärker. Das fällt bei WPC geringer aus.

Anita Richter: Die ursprüngliche Optik von Holz zu erhalten, ist viel Arbeit. Kunden, die sich nicht damit anfreunden können, das sind WPC-Kunden.

Markus Richter: Wichtig ist, dass wir nicht das eine oder andere bevorzugen und so den Kunden bevormunden. Wir beraten, stellen die Vor- und Nachteile dar und der Kunde entscheidet.

Anita und Dr. Markus Richter.

Anita und Dr. Markus Richter.

BB: Der Trend der letzten Jahre war ja die Terrasse als Verlängerung der Wohnung. Die Möblierung ist also nicht nur hochwertig, sondern passt auch zur restlichen Einrichtung. Setzt sich das fort? 

Anita Richter: Ja, das setzt sich fort. Es gibt einige Neuerungen, vor allem aber beim Design, zum Beispiel neue Flechtarten oder auch bicolore Flechtarten. Bei den Stühlen kommen stativartige Füße, so ein bisschen Retro-Design. Farblich ebbt schwarz immer weiter ab, dafür kommen wärmere Töne. Weiß soll sich seit vielen Jahren durchsetzen, aber dafür gibt es hier im Bergischen einfach keine Nachfrage. Das verkaufen wir eher nach Ibiza.

BB: Kunden aus ganz NRW kommen zu Ihnen nach Lindlar. Sie haben Ihr Unternehmen selber mal als “category killer”, auf Deutsch würde man wohl Platzhirsch sagen, bezeichnet. Dafür bündeln Sie aber auch alles an einem Standort. 

Markus Richter: Und das gilt nach wie vor zu 100 Prozent. Oder eher zu 120. Wir fahren ja, seit ich die Firma vor 25 Jahren übernommen habe, eine Zentralisierungsstrategie, das heißt, wir haben jedem Versuch widerstanden, zu filialisieren. Die beste Entscheidung, die wir jemals treffen konnten.

BB: Warum eigentlich?

Markus Richter: In unserem Spektrum, in dem wir uns bewegen, wollen wir einfach alles zeigen. Für diese außergewöhnliche Ausstellung kommen eben auch Menschen aus dem Ruhrgebiet oder aus dem Rheinland nach Lindlar. Unser Standort ist ja nicht der Nabel der Welt, aber unsere Produkte haben einen Lebenszyklus von etwa 15 Jahren. Und deswegen rufe ich unseren Kunden zu: Kommt ihr alle 15 Jahre zu uns, dafür bekommt ihr hier eine außergewöhnliche Auswahl, mit der kann ich aber nicht zu euch kommen. Andere betreiben in dem Gebiet bis zu 15 Niederlassungen. Die sind dann viel leichter zu erreichen, zeigen aber auf 300 bis 400 Quadratmetern nur einen kleinen Ausschnitt. Wir haben hier 6.000 Quadratmeter Ausstellung. Filialen würden vielleicht 20 Kilometer Fahrtstrecke ersparen aber niemals dieses Erlebnis bieten.

BB: In dieses Konzept passen dann auch die Entwicklungen der letzten Jahre, zum Beispiel der Umzug von GIARDINO in den Schmiedeweg?

Markus Richter: Ja, jetzt haben wir hier alles für den Privat-Kunden an einem Ort. Und alles für die Profi-Kunden, also zum Beispiel die Handwerker, befindet sich am Zentrallager in der Holz-Richter-Straße, inklusive Fachmarkt und Zuschnitt.

Anita Richter: Wer jetzt zu GIARDINO kommt, um sich Gartenmöbel auszusuchen, sieht auch unser Angebot an Türen und Parkett. Uns ist ja klar, dass man nicht spontan eine Tür mitnimmt, nur weil man die gerade sieht. Aber wenn der Kunde später neue Türen braucht, wird er sich sicher an uns erinnern.

BB: Und was tut sich in der Ausstellung?

Markus Richter: Im Moment bauen wir die 1.200 Quadratmeter große Parkett-Ausstellung um. Und die wird richtig gut. Wir haben eine Innenarchitektin und einen Lichtdesigner damit beauftragt, da wird dann also nicht mehr nur Bodenbelag neben Bodenbelag liegen, das wird ein ähnliches Erlebnis wie es der Kunde jetzt schon in der Gartenmöbelausstellung hat.

BB: Also gleich zwei Gründe, Sie besuchen zu kommen?

Anita Richter: Mindestens zwei, ab sofort gibt es neue Ideen für Garten und Terrasse bei GIARDINO und am 17. März eröffnen wir die neue Parkett-Ausstellung.

Holz-Richter & GIARDINO, Lindlar, Schmiedeweg 1
www.holz-richter.de
www.giardino.de

Auch 2018 ein Thema: Grills und Outdoorküchen.

Auch 2018 ein Thema: Grills und Outdoorküchen.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.