Sitzen dürfen und bewegen können

Ein mögliches Einsatzgebiet für den SAM aus Wermelskirchen: Einkaufszentren.

WERMELSKIRCHEN Ob Museum, Einkaufszentrum oder Hotel – an vielen Orten, an denen Menschen ihre Freizeit verbringen, gehören lange Strecken zu Fuß dazu. Doch immer mehr Menschen fällt genau das schwer. Dafür hat die Wermelskirchener Firma provita medical eine Lösung entwickelt: SAM. Der mobile Stuhl soll an öffentlichen Orten nach dem Einkaufswagenprinzip zur Verfügung gestellt werden: Gegen Pfand kann er genutzt werden, anschließend bringt man ihn einfach wieder zurück.

SAM steht für „sit and move“, alsositzen und bewegen. Oder wie es der Hersteller sagt: eine Kombination aus „sitzen dürfen“ und trotzdem „in Bewegung sein“. „Wir sehen da einen Riesen-Bedarf“, sagt Christian Graf, der bei provita den Vertrieb von SAM übernommen hat. Und die ersten Vertriebserfolge geben ihm recht: Ein großes Möbelhaus in Leverkusen hat gerade fünf der mobilen Stühle angeschafft, ebenso ein Museum in Wuppertal. Und auch in Ober- und Rheinberg sei man mit Einkaufszentren im Gespräch, außerdem mit einer großen Möbelhauskette, Theatern und Museen.

Wer als Anbieter SAMs für seine Besucher oder Kunden zur Verfügung stelle, erhöhe nicht nur den Service, sagt Christian Graf. „Das ist auch ein klares Bekenntnis zu einer echten Generationenfreundlichkeit.“ Zwar gebe es in machen Einkaufszentren Rollstühle zu leihen. „Aber Rollstühle werden mit Krankheit in Verbindung gebracht, die wollenviele Menschen nicht nutzen.“

Produziert werden die SAMs übrigens komplett in Wermelskirchen-Dabringhausen. Und zwar überwiegend aus Edelstahl. „Diesind extrem robust und trotzdem bequem“, sagt Graf, der eine Vision hat: „Wir möchten, dass es bundesweit normal wird, dass SAMs bereit stehen. Damit auch ältere oder gehandicapte Menschen wieder an normalen Freiteitbeschäftigungen teilnehmen können.“

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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