Kreishandwerkerschaft zieht positive Bilanz für 2017

Positiv gestimmt für 2018: Willi Reitz Kreishandwerksmeister, Hans Peter Wollseifer (Präsident Zentralverband Deutsches Handwerk), Jochen Hagt (Landrat OBK), Stephan Santelmann (Landrat PBK) Marcus Otto (Hauptgeschäftsführer Kreishandwerkerschaft Bergisches Land)

Bergisch Gladbach „Ming Oma hät immer jesacht ich bin viel zu arm um billig zu kaufen“, eröffnet Kreishandwerkermeister Willi Reitz seine Neujahrsansprache vor 100 geladenen Gästen. Den Rückblick auf altes Qualitätsbewußtsein der Handwerkerkundschaft verbindet er mit Ausblicken auf die immer schnelllebig werdende digitale Zukunft. Doch die Handwerker haben die Do-it-yourself Baumarktschwemme ebenso überstanden wie sie die Youtube Selbstmachanleitungen überstehen. Handwerk hatte auch 2017 im Bergischen Land goldenen Boden. 50.000 Handwerker und 3.500 Auszubildende gibt es in den 13 Handwerksinnungen in Rhein-Berg, Oberberg und Leverkusen. „Die Gesellschaft verändert sich, also verändert sich auch das Handwerk“, sagt er. Schon 2014 habe man mit Partnern für die Auszubildenden des Tischlerhandwerks eine computergesteuerte CNC-Maschine für mehr als 100.000 Euro angeschafft, an der die Handwerksmeister von morgen ausgebildet werden. Er zählt die zahlreichen Auszeichnungen auf die Handwerker und Auszubildende in der Region geholt haben, den Bundespreis für Handwerk in der Denkmalpflege, den Innovationspreis NRW, Designpreise wie „Die gute Form NRW“ und  deutsche Meisterschaften für Trend- und Hochzeitsfrisuren.

Mit einer neue Smartphone-App für Ausbildungsberufe und der vor fünf Monaten gegründeten Unternehmer-Akademie Bergisches Land investiere man weiter in die Zukunft, erklärte Reitz.

Auch der seit knapp 100 Tagen amtierende neue Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises, Stephan Santelmann, würzt seine traditionelle Anrittsrede mit Rückblicken und Ausblicken. Er verweist auf die anhaltend positive Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt, Rhein-Berg liegt mit einer Abeitslosenquote von 5,6% unter dem NRW-Landesdurchschnitt von 7%, die sich weiter etablierende Tourismusregion und die zunehmende Vernetzung mit Oberberg und dem Rhein-Sieg Kreis. Eine Regionalkonferenz Mobilität soll neue Wege im im öffentlichen Nahverkehr gehen und diesen weiter ausbauen. Ein Lösungsansatz sei die bereits im Dezember etablierte kürzere und einheitlichere Taktung der Busfahrzeiten, eine weiter der Ausbau von Mobilstationen zum Umstieg von Pkw auf Bus, Bahn oder Fahrrad, wie bereits in Bergisch Gladbach und Wermelskirchen. Die in diesem Jahr startende Unternehmenswerkstatt der Wirtschaftsförderung soll kleinere und mittlere Unternehmen unterstützen sich als Arbeitgeber attraktiver zu positionieren.

Der Appell der Kreishandwerkerschaft an die Politik lautet auch 2018: Mehr Bürokratieabbau! Anhebung der Grenze für geringwertige Wirtschaftsgüter auf mindestens 1.000 Euro und die Fortentwicklung der „one in/one out“ Regelung.

Zum Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft am 9. Januar 2018 waren zahlreiche Gäste aus Handwerk, Wirtschaft und Politik erschienen.

Zum Neujahrsempfang der Kreishandwerkerschaft am 9. Januar 2018 waren zahlreiche Gäste aus Handwerk, Wirtschaft und Politik erschienen.

Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung. In den 90er Jahren war er mit T-Shirts wie "Keine Macht den Doofen" erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.

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