Die sozialen Netzwerke in Bergisch Gladbach geehrt

Bergisch Gladbach Während man sich auf Facebook aufregt und palavert oder auf Snapchat Gafferfotos teilt, wird in Bergisch Gladbach angepackt. Hier ist den letzten Jahren ein reales nicht nur virtuelles soziales Netzwerk mit hunderten von Helfern entstanden, das stadteilorganisiert, vor allem Kindern und Ihren Familien hilft. Unter der Federführung des städtischen Fachbereichs Jugend und Soziales haben sich Vereine, Kirchen und ehrenamtliche Helfer zusammengetan um vorzubeugen. Sozial schwachen und  kinderreichen Familien, überlasteten Alleinerziehenden und Flüchtlingsfamilien geben sie eine hilfreiche Hand , damit Kinder nicht auf der Strecke bleiben, ausgegrenzt oder gar mißhandelt werden. Bevor Jugendliche auf die schiefe Bahn geraten, weil niemand da ist der sich Zeit für sie nimmt und Verständnis für Sie hat integrieren sie diese in Theater und Sportgruppen.

2008 startete das Projekt „Gronau Hand in Hand“ mit Mutter-Kind Kennenlerngruppen und dem Fußball Cup „Kommen, kicken, Tore schießen“. „2010 wurde das erfolgreiche Projekt auf den Wohnpark Bensberg ausgeweitet. Schwimmlernkurse und Fotoprojekte entstanden, das „Eistütenfest“  wurde ins Leben gerufen, und jedes Jahr geht man beim Bensberger Karnevalszug mit. Ein Highlight für die vielen Kinder mit Migrationshintergrund und gelebte rheinische Integration mit Frohsinn und Kamelle. Durch die Innenstadt, Frankenforst und Refrath fährt das himmelblaue Krea-Spielmobil. Mit Theatergruppen gibt man Kindern und Jugendlichen Selbstvertrauen und die Möglichkeit sich auszuprobieren. Ein „Schulbüdchen“ hilft Kindern unkompliziert mit vielem was deren Eltern nicht bezahlen können, von Büchern bis Turnschuhen.

Bürgermeister Lutz Urbach ehrt auf dem Neujahrsempfang der Stadt die sozialen Netzwerke in Bergisch Gladbach.

Bürgermeister Lutz Urbach ehrt auf dem Neujahrsempfang der Stadt die sozialen Netzwerke in Bergisch Gladbach.

Bürgermeister Lutz Urbach, dankte beim diesjährigen Neujahrsempfang der Stadt Bergisch Gladbach all den Menschen und Organisationen, die dieses menschliche Netzwerk in der Stadt möglich machen. Den Mitarbeitern der Verwaltung und den kirchlichen Organisationen ebenso wie den unzähligen Ehrenamtlern, die er schließlich aus dem Publikum auf die Bühne des Bergischen Löwen holte. „Ohne diese Menschen wären wir arm“, erklärt er und fuhr mit wehmütigen Blick auf die Stadtfinanzen fort, „so haben wir nur kein Geld.“ Allerdings ist die finanzielle Förderung des sozialen Netzwerks Bergisch Gladbach durch Landesmittel bis 2021 gesichert.

Frank Stein im Gespräch mit Urich Tillmann, dem städtischen Netzwrkkoordinator.

Frank Stein im Gespräch mit Uwe Tillmann, dem städtischen Netzwerkkoordinator.

Stellvertretend für viele bat der den Empfang moderierende Stadtdezernent Frank Stein sechs Vertreter der Stadtteilnetzwerke auf die Bühne und liess sie über ihre Arbeit berichten. Tanja Heese-Nauroth rief den Anwesenden ins Gedächtnis, das man vielen Kindern ihre Armut nicht ansehe, wenn Sie einem auf der Straße begegnen: „Die sind normal angezogen und haben gute Manieren, aber die kommen zu uns nicht nur um zuspielen, sondern auch um die einzige warme Mahlzeit des Tages zu erhalten.“ Almut Wiedemann erzählt von der Begeisterung, die man in der Arbeit mit den Kindern erlebt, „die präsentieren ihre Sachen, die sie bei uns basteln mit glänzenden Augen – daran sieht man das unsere Arbeit wirkt.“

Die Vertreter der sozialen Netzwerke in Bergisch Gladbach.

Die Vertreter der sozialen Netzwerke (v.l.n.r.) Olivia Sailer, Almut Wiedemann, Uwe Tillmann, Tanja Heesen-Nauroth, Nicole Pruss, Mechtild Münzer, Frank Stein

Für die Unterhaltung der zahlreichen geladenen Gäste sorgten, die KiWo-Kids mit einer Breakdance-Performance, die Theatergruppe aus dem Krea-Jugendprojekt überzeugte mit dem Stück „I have a dream“ unter der Leitung von Gernot Schmidt. Zum Abschluss ertönten die klaren Stimmen des KiWo-Kids Chors mit dem „Song for Peace“, den die Jugendgruppe mit großem Erfolg bereits 2016 auf dem „Beit Jala Festival for Peace“ in der palästinensischen Partnerstadt von Bergisch Gladbach uraufführte.

Die KiWo Theatergruppe aus dem Wohnpark Bensberg illustriert das Thema stundenlanges Warten in Behörden und Beamte die eine Zeit haben.

Die KiWo Theatergruppe aus dem Wohnpark Bensberg illustriert das Thema stundenlanges Warten in Behörden und Beamte die eine Zeit haben.

Breakdance-Performance der KiWo-Kids.

Breakdance-Performance der KiWo-Kids.

Zahlreiche Gäste auf dem Neujahrsempfang der Stadt Bergisch Gladbach.

Zahlreiche Gäste auf dem Neujahrsempfang der Stadt Bergisch Gladbach.

Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung. In den 90er Jahren war er mit T-Shirts wie "Keine Macht den Doofen" erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.

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