Gastro-Tipp: Schnitzel zart, Burger nicht

Seine größte Stärke kann das Marlene´s im Sommer ausspielen: Die Terrasse mit Blick aufs Schloss.

Rösrath Wer das Marlene´s durch den eigentlich zugedachten Haupteingang betritt, verpasst was. Nämlich den grandiosen Blick auf das benachbarte Schloss Eulenbroich. Allein die Lage macht das kleine Restaurant zu etwas Besonderem. Im Sommer, wenn man den Außenbereich nutzen kann, wird es vermutlich sogar noch schöner. Wir entscheiden: Egal, wie das Essen gleich wird, wir kommen wieder. Und wenn es nur für einen Kaffee auf der Terasse ist. Und dann nehmen wir auch den „Hintereingang“.

Start ist ein alkoholfreier Aperitif namens Tina, nicht zu verwechseln mit der freundlichen Bedienung, die genauso heißt. Der ist – Achtung Klischee! – ein echtes Frauengetränk: lecker, aber echt süß.

Der „Vorspeisenteller von „Land und Meer“ entpuppt sich als Antipasti-Platte mit ein paar Garnelen. Schade, der Name hatte mehr vermuten lassen. Dafür ist das Bruschetta herrlich frisch und lecker. Und beide Portionen sind für Vorspeisen richtig groß.

Das Wiener Schnitzel ist so, wie man sich ein Wiener Schnitzel vorstellt: aus Kalb, dünn, umgeben von einer tollen Panade und vor allem butterzart. Die Bratkartoffeln passen gut dazu. Vielleicht hätten man aber schon aus historischen Gründen eine Zitrone dazu legen sollen.

Der Burger „Klassisch“ mit Wedges und Coles Slaw hat eigentlich das Zeug zu einem richtig guten Hamburger: Endlich ertrinkt hier mal nicht alles in viel Ketchup und anderen Soßen. Und auch das Brötchen ist kein langweiliges, matschiges Bun, sondern hat Biss und Geschmack. Allerdings hatten wir „ohne Tomaten“ und „medium rare“ bestellt. Und auf dem Patty liegen nicht nur zwei rote Scheiben, es ist auch noch komplett durchgebraten.

Kritik, die die Bedienung offensichtlich ernst nimmt. Das tut gut. Gut hätte wohl auch ein Nachtisch getan. Aber bei der Portionsgröße passt einfach nichts mehr rein.

Marlene‘s Cafe & Restaurant,
Mi-So 12-22 Uhr, Zum Eulenbroicher Auel 19,
 www.marlenes-am-schloss.de

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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