Freie Flächen für die Bienen

Initiatoren, Unterstützer und Sponsoren stellen das neue Projekt vor.

Bergisch Gladbach Nach Oberodenthal deckt nun auch Bergisch Gladbach den Bienen den Tisch. Unterstützt von zahlreichen Sponsoren, der Stadtverwaltung und dem Verein „Wir für Bergisch Gladbach“ hat der Bienenzuchtverein Bergisch Gladbach ein Projekt ins Leben gerufen, um dem Insektensterben entgegen zu wirken. Die Idee ist einfach: Freie Flächen, auf öffentlichen Grund und in privaten Gärten, sollen genutzt werden, um Wildblumen anzupflanzen, die dann Bienen und anderen Insekten als Nahrung dienen.

Für ein ganz ähnliches Projekt war die Dorfgemeinschaft Oberodenthal in diesem Jahr als „Engagement des Monats Juni“ von der NRW-Stiftung ausgezeichnet worden. Schon seit drei Jahren nutzen die Oberodentahler Gärten, Blumenkübel und vor allem schwer nutzbare Randbereiche von landwirtschaftlichen Flächen, um dort Wildblumen anzupflanzen. Davon inspiriert initiierte Markus Bollen nun das Projekt in der Kreisstadt. Bollen, der neben seinem Beruf als Fotograf auch Hobby-Imker ist, konnte mithilfe einiger Sponsoren bereits die ersten Tüten mit Saatgut anschaffen. Die sollen nun kostenlos an Interessierte verteilt werden.

Dabei gibt es drei Möglichkeiten, das Projekt zu unterstützen: Man kann eigene Flächen zur Verfügung stellen und bepflanzen, die Patenschaft über eine öffentliche Fläche übernehmen oder Geld spenden. Einzelspenden bis 2.000 Euro werden übrigens von der Bethe-Stiftung verdoppelt. Wirklich ausgesät werden die Blumen zwar erst im Frühjahr, die Flächen sollten allerdings bereits jetzt vorbereitet werden. Wie das geht, dafür liefern Markus Bollen und seine Mitstreiter die Anleitung zusammen mit dem Saatgut gleich mit.

„Da gibt es nun wirklich keine Ausrede mehr, dabei nicht mitzumachen“, sagt Gladbachs Bürgermeister Lutz Urbach, der bei der Vorstellung des Projekts genauso mit dabei war wie Rhein-Bergs neuer Landrat Stephan Santelmann. Beide sagten auch die Unterstützung ihrer jeweiligen Verwaltungen zu. „Unsere Naturschutzbehörde und die Biologische Station Rhein-Berg stehen mit ihrer Expertise den Ehrenamtlichen gerne beratend zur Verfügung“, sagt Santelmann. Und Urbach hatte sogar gleich Lars Winking von StadtGrün mitgebracht, der deutlich machte, dass das Wohl der Insekten auch bei zukünftigen Planungen seiner Abteilung eine große Rolle spielen wird.

Vier verschiedene Saatgut-Mischungen haben die Initiatoren im ersten Schritt angeschafft: „Schmetterlings- und Wildbienensaum“, „Feldblumenmischung“, „Dachbegrünung“ und „Blühende Landschaft West“. Um herauszufinden, ob sich diese auch für den Einsatz in der Stadt eigenen, möchte der Imkerverein nachhalten, welche Mischung wo zum Einsatz kommt. „Nur so können wir lernen“, sagt Robert Kargl, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins.

Jede Tüte mit Saatgut reicht für etwa zehn Quadratmeter Fläche und kostet in der Anschaffung zwischen sieben und 14 Euro, verteilt werden sie aber kostenlos. Wer eine Fläche für die Bienen und andere Insekten bepflanzen will, erhält das Saatgut über den Bienenzuchtverein oder die Pressestelle der Stadtverwaltung. Dort können auch städtische Flächen gemeldet werden, die sich für Wildblumen eignenen – am besten gleich zusammen mit einem Paten, die die Aussaat und Pflege übernimmt.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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