Neuer Service: Schilder und Toiletten

Der rote Aufkleber zeigt es: Lindlar hat ab sofort "nette Toiletten". Adriatik Gurmani vom Alten Amtshaus (li.) und Kerstin Klück von Klückseis machen schon mit, sehr zur Freude von Bürgermeister Dr. Georg Ludwig und Touristiker Stephan Halbach (re.).

Lindlar Die Gemeinde Lindlar arbeitet weiter an ihrem touristischen Erscheinungsbild. Die Teilnahme am „Die nette Toilette“-System löst das Problem der nicht vorhandenen öffentlichen Toilette in der Innenstadt. Zudem werden an den Wanderparkplätzen rund um die Gemeinde neue Hinweistafeln aufgestellt.

Schon seit einigen Jahren gibt es in der Nähe des Lindlarer Marktplatzes kein öffentliches Klo mehr, nachdem der Gemeinderat beschlossen hatte, dieses aus Kostengründen zu schließen. „Es gab immer wieder Vandalismus und starke Verschmutzungen“, erinnert sich Bürgermeister Dr. Georg Ludwig. Doch gerade hier, wo mit LindlarTouristik auch der erste Anlaufpunkt für viele Besucher der Gemeinde ist, gab es immer wieder Nachfragen, sagt auch Stephan Halbach von LindlarTouristik: „Parkplätze und Toiletten sind für viele Tagestouristen K.O.-Kriterien.“

Die Lösung für dieses Problem fand der Bürgermeister in Aalen, einer 67.000-Einwohner-Stadt im Osten Baden-Württembergs. Dort hat eine Werbeagentur zusammen mit der Stadtverwaltung das Konzept der „netten Toilette“ entwickelt: Gastronomiebetriebe stellen ihre ohnehin vorhandenen Toiletten auch für Nicht-Gäster zur Verfügung, machen dies durch einen Aufkleber an der Tür deutlich und erhalten dafür eine kleine Aufwandsentschädigung von der Stadt. Die spart sich dabei die Einrichtung und den Unterhalt eines eigenen öffentlichen Klos.

Genau dieses System gibt es ab sofort auch in Lindlar. Im Sommer habe die Stadt eine kurze schriftliche Abfrage bei den Gastronomen rund um den Markt gestartet, sagt Ludwig. „Und es haben sich sofort ein paar gemeldet.“ Im ersten Schritt machen Klückseis, die Eisdiele am Kirchplatz, das Restaurant Lindenhof und das Alte Amtshaus mit. Außerdem ist Bahn 19, die Gaststätte an der Minigolf-Anlage, und der Landgasthof Bergische Rhön mit von der Partie. Weitere Teilnehmer seien jederzeit willkommen, betonen Ludwig und Halbach.

In mehr als 240 Städten und Gemeinden gibt es „Die nette Toilette“ bisher, auch Großstädte wie Düsseldorf und Dortmund machen mit. Neben den auffälligen roten Aufklebern gibt es mit der dazugehörigen Smartphone-App eine zweite Möglichkeit, öffentlich zugängliche Klos zu finden. „Die Erfahrungen, von den wir bisher gehört haben, waren überwiegend positiv“, sagt Ludwig.

Um den Wanderern einen zusätzlichen Servivce zu bieten, haben Gemeinde und LindlarTouritik in Abstimmung mit der Naturarena neue Hinweistafeln an Wanderparkplätzen aufgestellt. Darauf gibt es vor allem Infos zu den Themen-Wanderwegen der Umgebung. „Das bietet unseren Gästen einen deutlichen Mehrwert“, sagt Stephan Halbach. „Nur“ in der Gegend herumlaufen, reiche den meisten Touristen heute nicht mehr. „Deswegen sind unsere thematischen Wanderwege so wichtig.“ Neben Streckenbeschreibungen inklusive Längenangaben finden Wanderer auf den Tafeln auch Hintergrundinfos zu Lindlar und dem jeweiligen Standort.

Drei der Tafeln stehen bereits, die erste am Wanderparkplatz an der Gaststätte Bergische Rhön, zwei weitere in Scheel und Linde. Insgesamt sollen es etwa zehn werden, sagt Halbach. „Wir wissen aber noch nicht, ob wir das alles im nächsten Jahr realisieren können.“ Während das Grunddesign samt Holzrahmen bei allen Tafeln identisch ist, damit die Wanderer sie leicht erkennen, ist die inhaltliche Gestaltung immer an den jeweiligen Standort angepasst. Die Tafel an der Bergischen Rhön schmückt neben einem Foto vom benachbarten Flugplatz zum Beispiel ein mehr als 80 Jahres altes Bild des ursprünglichen Bauernhauses, in dem heute die Gaststätte untergebracht ist.

Zusammen mit Harald Heinen (mi.) von der Bergischen Rhön präsentieren Dr. Georg Ludwig (li.) und Stephan Halbach die erste der neuen Hinweistafeln für Wanderer.

Zusammen mit Harald Heinen (mi.) von der Bergischen Rhön präsentieren Dr. Georg Ludwig (li.) und Stephan Halbach die erste der neuen Hinweistafeln für Wanderer.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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