Bestseller in der 8. Generation

Neues Auto, altes Schloss: Der Ford Fiesta vor dem Hückeswagener Rathaus.

Wipperfürth Ein Blick in die Modell-Palette von Ford verrät eine gewisse Konstanz. Seit 1998 gibt es den Focus, den Mondeo sogar schon seit 1993. Doch all das wird locker geschlagen vom Fiesta, der seit mehr als 40 Jahren über deutsche Straßen rollt. Seit kurzem ist die achte Generation des Kleinwagens verfügbar.

Sieben Zentimeter länger und minimal breiter ist der als sein Vorgänger, die Front wurde modernisiert. Am Heck allerdings sind Alt und Neu auf den ersten Blick nur am Schriftzug zu unterscheiden. Mit dem Grunddesign des Hecks hat der neue Fiesta auch die zu kleine Heckscheibe samt mäßigem Blick nach hinten übernommen. Da sind 250 Euro für einen Parkpiloten unter Umständen eine gute Investition.

Auch beim Fahrverhalten ist wenig Unterschied zu spüren. Zum Glück, gehörte die siebte Fiesta-Generation doch zum besten, was die Klasse in diesem Bereich zu bieten hat. Fahrwerk kann Ford schon lange, Motor inzwischen auch. Der von uns getestete 1,0-EcoBoost-Motor mit 100 PS schafft spielend den Spagat, man kann mit ihm ruhig durch die Innenstadt von Ampel zu Ampel zuckeln und genau so entspannt über die Landstraße cruisen. Der mehrfach preisgekrönte Motor, der ja auch in den größeren Modellen C-Max und Focus verbaut wird, verrichtet seinen Dienst unaufgeregt und zurückhaltend, ermöglicht aber auch sportlicheres Fahren.

Dass Kleinwagen heute Ausstattungsdetails zu bieten haben, die vor kurzem noch in der Mittel- und Oberklasse Luxus waren, ist längst selbstverständlich. Diese Entwicklung setzt sich nun weiter fort. Nicht weniger als 15 verschiedene Assistenzsysteme stehen für den kleinen Kölner zur Verfügung. Unser „Cool&Connect“-Modell sagt sogar Bescheid, welcher Passagier sich angeschnallt hat und verfügt über einen Touch-Screen, der einen Haufen Knöpfe ersetzt. Dass die Klimaanlage weiter über Drehknöpfe gesteuert wird, könnte man als inkonsequent bezeichnen, erleichtert aber die Orientierung im Cockpit.

Der Innenraum wirkt sogar noch etwas hochwertiger als sein Vorgänger, die Materialien fühlen sich toll an, die Verarbeitung ist sehr gut. Kein Vergleich mehr zu den ersten Generationen von Kleinwagen in den 70er und 80er-Jahren. Menschen bis etwa 1,90 Meter finden auf den Vordersitzen bequem Platz, hinten sollte man, gerade bei langen Fahrten, etwas kleiner sein, um gut sitzen zu können.

Fünf Benzin- und zwei Dieselmotoren zwischen 70 und 140 PS gibt es für den neuen Fiesta, die Selbstzünder und die drei Benziner ab 100 PS haben ein Sechs-Gang-Getriebe. Nur für die 100-PS-Benzin-Variante wird gegen Aufpreis eine Automatik angeboten. Los geht es preislich bei 12.950 Euro, unser Testwagen steht mit knapp über 17.000 in der Liste. Man kann aber auch mehr als 20.000 Euro für einen Fiesta auf den Tisch legen. Spätestens, wenn später die ST-Version mit über 200 PS kommt.

Doch auch ohne die beiden Buchstaben am Heck gehört der neue Fiesta zu den agilsten Wagen in seiner Klasse, das Infotainmentsystem SYNC 3 sorgt auf Wunsch für totale Vernetzung und alles wurde nochmal edler als beim Vorgänger. Seit 1976 wurden mehr als 15 Millionen Fiestas weltweit verkauft. Und da werden jetzt wohl noch ein paar hinzukommen.

Autohaus Bergland, Wipperfürth, Radevormwald, Remscheid

www.bergland-gruppe.de

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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