Landratswahl: Tülay Durdu will Bus und Bahn attraktiver machen

Tülay Durdu, SPD. Kandidat Landratswahlen Rheinisch-Bergischer Kreis 2017.

Rhein-Berg Am Sonntag sind nicht nur Bundestagswahlen, sondern auch Landratswahlen im Rheinisch-Bergischen Kreis. Wir stellen die beiden Spitzenkandidaten von CDU und SPD vor.

„Da vorne“, sagt Tülay Durdu, „da war die Waschkaue, da stand ein Cola-Automat. Das war für mich als Kind das Größte: eine eiskalte Flasche Cola für 50 Pfennig.“ Wenn Tülay Durdu über das ehemalige Werksgelände der Firma Reusch in Rösrath-Hoffnungsthal geht, werden Erinnerungen wach. Hier ist sie aufgewachsen, als Kind eines Gastarbeiters. Tülay Durdu erkennt noch vieles wieder. Sie erzählt von ihren Nachbarn, vom Pförtner Willi. Und davon, dass sie und ihre Schwester die Schuhe der Gäste, die bei einer türkischen Familie traditionell vor der Tür standen, einmal im nahen Bach als Boote missbraucht haben.

Mehr als 30 Jahre später wohnt Durdu wieder in Rösrath, heute ist sie im Vertrieb und Marketing tätig. Und tritt für die SPD bei der Landratswahl an: „Als man mich gefragt hat, habe ich sofort zugesagt.“ Die 42-Jährige, Mutter von zwei Kindern, ist keine typische Politikerin. Das übliche Geplänkel zwischen den Parteien will sie nicht mitmachen. „Ich wüsste nicht, was ich Schlechtes über Hermann-Josef Tebroke sagen soll“, erwidert sie auf den derzeitigen CDU-Landrat angesprochen.

Gleichwohl, ist sie sich sicher, gebe es Verbesserungspotenzial. „Das müsste man sich mal in Ruhe anschauen und analysieren“, sagt Durdu. Vier Themen möchte sie als Landrätin zuerst anpacken: vererbte Arbeitslosigkeit, Betreuung von pflegenden Angehörigen, Cybermobbing und vor allem Mobilität. Tülay Durdu, beruflich mit Bahn- und Busverkehr beschäftigt, möchte den ÖPNV attraktiver gestalten. Mit Infotafeln, modernen Bussen und kürzeren Taktzeiten. Ein passendes Konzept habe sie bereits im Kopf, sagt Durdu. „Ich weiß genau, wen ich dafür mit ins Boot holen muss.“

 

3 Fragen an Tülay Durdu

  • Lieblingsort im Rheinisch-Bergischen Kreis?
    Hoffnungsthal
  • Lieblingsessen?
    Mantis, so eine Art türkische Ravioli, und ganz viele andere Sachen, die ich selber koche.
  • Lieblingszitat?
    „Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.“ (Henry Ford)

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.

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