Gastro-Tipp: Spannende Anreise, spannende Karte

Richtig gut: Der Mühlenburger mit Süßkartoffel-Pommes.

Wermelskirchen Im „Schatten“ der nahen Kreisstadt, einst ja die einzige Stadt Deutschlands mit zwei Drei-Sterne-Restaurants, und umgeben von Leverkusen und Remscheid haben sich in Wermelskirchen einige interessante Restaurants etabliert, deren Küchenniveau weit oberhalb von Schnitzel mit Pommes liegt, die aber auf das Gehabe (und die Preise) der Sternegastronomie verzichten. Dazu gehört auch die Rausmühle.

Nach einer recht abenteuerlichen Anreise, bei der man sich nicht unbedingt auf sein Navi verlassen sollte, sitzt man in einem Traum von einem Fachwerkhaus – und blickt in eine überschaubare aber durchaus spannende Karte. Und durch das Fenster auf grasende Ponys. Zur Vorspeise gibt es unter anderem Brot mit Kräuterquark, der ist nett, hat aber überhaupt keine Chance gegen die sensationelle Knobicreme. Der Mühlenburger mit Zwiebelconfit, Chilimayonnaise und großartigen Süßkartoffelpommes als Hauptgang ist richtig gut, nur die Schwarzwaldschinken-Chips sind so geschmacksintensiv, dass sie die anderen Aromen erschlagen.

Solange man aber solche Mini-Details, wie auch das sehr saure Passionsfrucht-Sorbet oder den eher langweiligen Espresso, beachtet, muss das Niveau schon recht hoch sein. Und das ist es. In der Rausmühle machen sie sehr wenig falsch. Und sehr, sehr viel richtig. Die Atmosphäre ist freundlich, das Personal aufmerksam und vor allem ist das Essen gut und interessant genug, um den „weiten Weg ins tiefe Tal“ auf sich zu nehmen.

Café Restaurant Rausmühle, Wermelskirchen, Rausmühle 1, Te. 02193-813, Mi bis So ab 11.30 Uhr, www.rausmuehle.de

Das Haus ist rund 500 Jahre alt. Die Küche wesentlich moderner. Im Garten speist man an einem alten zum Tisch umfunktionierten Mühlstein.

Das Haus ist rund 500 Jahre alt. Die Küche wesentlich moderner. Im Garten speist man an einem alten zum Tisch umfunktionierten Mühlstein.

Sven Schlickowey ist der leitende Redakteur beim Bergischen Boten. Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.