Wolf knapp drin, von Polheim knapp nicht

Rhein-/Oberberg/Remscheid Neben den direkt gewählten CDU-Kandidaten werden nach der Landtagswahl von Sonntag wohl keine weiteren Politiker aus Rhein- und Oberberg dem neuen Landtag angehören. Nur der unterlegene SPD-Kandidat in Remscheid, Sven Wolf, zog über die Landesliste ins neue Parlament ein. Außerdem der Remscheider Kandidat der AfD. Für Jörg von Polheim (FDP) war es – mal wieder – sehr knapp. Der Hückeswagener, der in Remscheid/Radevormwald antrat, steht auf Platz 33 der FDP-Landesliste, die bis Platz 28 zieht.

Bereits bei der Bundestagswahl 2009 war von Polheim einen Listenplatz am Einzug ins Parlament vorbeigeschrammt. Erst als Werner Hoyer Anfang 2012 Präsident der Europäischen Investitionsbank wurde und deswegen aus dem Bundestag ausschied, rutschte der selbstständige Bäckermeister nach. Ähnliches könnte diesmal auch wieder gelingen, obwohl es nun fünf Plätze Differenz sind. Denn Martina Hannen, die auf Platz 24 der Liste steht, hatte bereits vor der Wahl ihren Verzicht erklärt. Sie war nur durch einen Fehler der Landesgeschäftsstelle ihrer Partei auf diesem Platz gelandet. Und sollte die FDP im September in den Bundestag einziehen, würden vermutlich mindestens zwei weitere Plätze frei, unter anderem weil Christian Lindner dann in die Bundespolitik wechseln würde.

Knapp im Glück hingegen war Sven Wolf, der SPD-Kandidat, der Remscheid/Radevormwald an Jens Nettekoven von der CDU verlor. 69 SPD-Politiker werden im neuen Landtag sitzen, davon 56 direkt gewählt. Weil von den direkt gewählten drei ganz vorne auf der Landesliste der Sozialdemokraten stehen, zieht die bis Platz 16 – dem Platz von Sven Wolf, der damit als letzter SPD-Kandidat einen Platz im Parlament erhält.

Für die SPD-Kandidaten in Rhein- und Oberberg reichte es hingegen nicht: Heike Engels (Rhein-Berg II) steht auf Platz 37 der Landesliste, Regina Billstein (Oberberg-Nord) auf dem 85. Platz, Vera Werdes (Bergisch Gladbach und Rösrath) auf Platz 91 und Aswin Parkunantharan (Oberberg Süd) auf dem 116. Platz.

Derweil ist zu hören, dass die beiden CDU-Abgeordneten aus Oberberg Teil der neuen Landesregierung werden könnten. Bodo Löttgen (Südkreis) ist als Generalsekretär der NRW-CDU ohnehin ein Kandidat für ein Ministeramt. Und auch Peter Biesenbach (Nordkreis), der sich als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses zur Kölner Silvesternacht einen Namen gemacht hat, wurde bereits früher als möglicher Justizminister gehandelt. Biesenbach gilt allerdings nicht unbedingt als Freund des zukünftigen Ministerpräsidenten Armin Laschet.

Durch seine rigorose Arbeit in bisher fünf Parlamentarischen Untersuchungsausschüssen, die auch Altkanzler Gerhard Schröder zu spüren bekamt, als er vor dem West-LB-Untersuchungsausschuss aussagen musste, hat sich der Hückeswagener Rechtsanwalt nicht nur Freunde gemacht. Trotzdem oder gerade deswegen war er zusammen mit Löttgen und Wolfgang Bosbach Mitglied der „geplanten Regierungskommission zur Neuaufstellung der Inneren Sicherheit in Nordrhein-Westfalen“, die kurz vor der Wahl vorgestellt wurde. Bosbach, der deswegen auch mit dem Amt des NRW-Innenministers in Verbindung gebracht wurde, hatte bereits erklärt, dass er für ein solches Amt nicht zu Verfügung stehen werde.

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.