Schnellere Leitungen für Kürten

Telekom

Kürten Rund 8.000 Haushalte und Gewerbebetriebe in Kürten dürfen sich noch vor dem Ende des Jahres auf „schnelles Internet“ freuen. Die Deutsche Telekom baut große Teile der Vorwahl-Bereiche 02268 und 02207 mit Glasfaserkabeln aus. Entsprechende Pläne stellte der Bonner Konzern zusammen mit Kürtens Bürgermeister Willi Heider nun vor. Rund „70 bis 80 Prozent“ des Gemeindegebietes, so schätzt der Bürgermeister, könnten danach über Download-Geschwindigkeiten von bis zum 100 MBit pro Sekunde verfügen.

Etwa 40 Kilometer Glasfaserkabel will die Telekom dafür bis Ende Oktober verlegen. Außerdem werden 45 sogenannte Multifuktionsgehäuse, so heißen die grauen Verteilerkästen am Straßenrand, neu aufgestellt oder alte ersetzt. Beim nun geplanten Ausbau kommt die Vectoring-Technik zum Einsatz. Dabei werden alle Leitungen bis zu den Verteilerkästen durch Glasfaser ersetzt. Nur die als „letzte Meile“ bezeichnete Leitung zwischen Verteiler und Hausanschluss bleibt ein Kupferkabel. „Sonst müssten wir mit jedem Hausbesitzer reden und jeder Vorgarten umgraben“, sagt Marco Lohmer, Regionalmanger der Telekom für Rhein-Berg. „Das wäre ein enormer zeitlicher und finanzieller Aufwand.“

Doch auch mit Vectoring, das manchmal als Übergangstechnologie bezeichnet wird, sind Internetgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit je Sekunde möglich – abhängig vom Abstand des jeweiligen Anschlusses zum letzten Multifuktionsgehäuse. Liegt die unter 800 Meter, merkt der Kunde kaum einen Leistungsabfall, nur bei deutlich weiteren Entfernungen sinkt der Datendurchsatz spürbar. Mit den aktuellen Leitungen sind in der Regel nicht mehr als 16 MBit möglich.

„Schnelles Internet wird immer wichtiger“, sagt Kürtens Bürgermeister Willi Heider. Das würde Privat-Haushalte wie Unternehmen betreffen. Entsprechend sei der nun geplante Ausbau ein wichtiger Standortvorteil für die Gemeinde. Finanziert wird der übrigens komplett von der Telekom, allein im Vorwahl-Bereich 02207 sind das etwa eine Millionen Euro. Die Fördermittel, die der Kreis im März vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur zugesagt bekommen hat, kommen hier nicht zum Einsatz. Dieses Geld soll später verwendet werden, um Bereiche zu erschließen, deren Ausbau sich für die Telekom oder andere Unternehmen sonst nicht lohnen würde.

Obwohl der Bonner Konzern die Leitungen bezahlt, können auch andere Anbieter sie nutzen, so schreibt es das Gesetz vor. Doch egal ob Kunden der Telekom oder eines anderen Telefon- und Internet-Unternehmens: Auf die höhere Geschwindigkeit werden Anschlüsse nur dann umgestellt, wenn der Kunde das wünscht und ein entsprechendes Produkt bucht. „Erstmal bauen wir jetzt. Und danach schauen wir, wie wir die Vermarktung angehen“, sagt Regionalmanager Lohmeier. Denkbar sei ein mobiler Vetrieb über Vertreter, die von Tür zu Tür gehen, oder einen Kleinbus, der in Außenortschaften als Vetriebsbüro dient.

Wer testen will, welche (Telekom-)Produkte mit welcher Geschwindigkeit für den jeweiligen Anschluss zur Verfügung stehen, kann dies übrigens auch online machen.

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.