Sieben mal zwei Meter Mahnmal

Bergisch Gladbach Das Flüchtlingsboot, das bis Weihnachten im Kölner Dom stand und nun durchs Bistum tourt, steht noch bis zum 26. März wird es in der Refrather Kirche St. Johann Baptist. Mit dem etwa sieben Meter langen und zwei Meter breiten Boot waren bis zu 70 Menschen über das Mittelmeer nach Europa geflohen. Nach zwei Stationen in Köln und einer in Solingen kam es nun nach Bergisch Gladbach, wo das fast 800 Kilogramm schwere Holzboot von einer Spezialfirma mit einer extra dafür gebauten Krankkonstruktion in der Kirche aufgebaut wurde. Um Platz für das Boot zu schaffen, wurden einige Sitzbänke in der Kirche abgebaut.

Rund um das Boot planen die Kirchengemeinden des Kreises zahlreiche Aktionen, die größtenteils unter dem Thema „Was bedeutet Heimat“ stehen, beginnend mit einer Messe mit dem Titel „Was ist uns Heimat?“ am Dienstag, 14. März, um 18.30 Uhr in St. Johann Baptist. Neben zahlreichen weiteren Gottesdiensten wird es einen Vortrag des Architekten Mohamad Dalloul („Alte Heimat Damaskus“) am 15 März, ein Orgelkonzert mit Otto Maria Krämer am 19. März und ein Abendmesse am Boot mit Weihbischof Ansgar Puff 22. März geben.

Abseits des Bootes sind weitere Termine in Planung: Ein Info-Mobil der Kolpingsfamilie steht am 15. März von 8 bis 13 Uhr auf dem Gladbacher Trotzenburgplatz und gibt Tipps im Umgang mit rechten Parolen. Im evangelischen Gemeindezentrum Bensberg gibt es am 18. März ab 17 Uhr Information für Ehrenamtler zu den Vorteilen der „freiwilligen Ausreise“ von der Ausländerbehörde Bergisch Gladbach. Und in der Leichlinger St. Johannes Baptist und St. Heinrich wird am 26. März um 11 Uhr Familiengottesdienst mit Flüchtlingen gefeiert, danach werden Fotos und Speisen aus den Heimatländern ausgetauscht. Weitere Programmpunkte stehen in einem eigens erstellten Flyer.

Damit das Boot durch die Kirchentür passt, wurde es hochkant stehend angeliefert und musste in der Kirche gedreht werden.

Damit das Boot durch die Kirchentür passt, wurde es hochkant stehend angeliefert und musste in der Kirche gedreht werden.

 

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.