Neues Berufskolleg: Aus Zwei mach Eins

Wipperfürth Das Beste kam – wie so oft – zum Schluss. Als Sylvia Wimmershoff, erst ein paar Minuten zuvor offiziell von der Bezirksregierung zur Schulleiterin des „Bergischen Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen“ berufen, bei der Feier zur Fusion der bis dahin eigenständigen Berufsschulen ans Mikrofon trat, sprach sie mich sich selbst. Genauer mit ihrem zukünftigen Ich, das per Video aus dem Jahr 2022 zugeschaltet wurde. Humorvoll gab Wimmershoff sich selber Tipps für die Zeit nach dem Zusammenschluss, berichtete von Schulbussen, die ohne Fahrer auskommen, und vom neuen Ausbildungsberuf des E-Commerce-Managers.

Es war der passende, weil gelungene, Schlusspunkt unter eine ebenso gelungene Veranstaltung, mit der eine neue Ära eingeleitet wird. Aus dem Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen und dem Berufskolleg Wipperfürth ist eine Schule mit zwei Standorten geworden, das „Bergische Berufskolleg Wipperfürth und Wermelskirchen“. Und das ist, da waren sich alle Redner beim Festakt einig, durchaus ein Grund zum Feiern.

Denn durch die Fusion, das machte Oberbergs Landrat Jochen Hagt bei seinem Rückblick deutlich, wird der Fortbestand der beiden Schulstandorte gesichert. „So haben die Betriebe in der Region auch weiterhin die Möglichkeit auszubilden, ohne dass ihre Azubis nach Köln, Remscheid oder Wuppertal in die Berufsschule fahren müssen.“

Hagt erinnerte daran, dass es die „gleichermaßen überraschendste wie auch wichtigste Erkenntnis“ des 2012 in Oberberg in Auftrag gegebenen Schulentwicklungsplanes war, dass das Berufskolleg Wipperfürth mittelfristig in seinem Bestand gefährdet sei. Trotz mehr als 1.600 Schülerinnen und Schüler. Und dass dies für das benachbarte Kolleg in Wermelskirchen mit seinen rund 1.000 Schülern erst recht galt. So sei damals schon die Idee einer Fusion entstanden.

Ralph Blast (re.) von der Bezirksregierung beruft Thilo Mücher (mi.) und Sylvia Wimmershoff offiziell zum stellvertrenden Schulleiter und zur Schulleiterin des neuen Berufskollegs.

Ralph Ballast (re.) von der Bezirksregierung beruft Thilo Mücher (mi.) und Sylvia Wimmershoff offiziell zum stellvertretenden Schulleiter und zur Schulleiterin des neuen Berufskollegs.

Bis die nun aber zum 1. Februar endgültig vollzogen wurde, musste eine Menge Arbeit geleistet werden. Nicht zuletzt wegen der zwischen den beiden Schulen verlaufenden Kreisgrenze. Und weil der Träger der Wermelskirchener Berufsschule nicht etwa der Rheinisch-Bergische Kreis, sondern ein Zweckverband aus den Städten Wermelskirchen, Radevormwald und Hückeswagen war, ein Überbleibsel aus der Zeit vor der der Gebietsreform 1975. Aus juristischen Gründen konnte der Verband sich an dem neuen Berufskolleg nicht beteiligen, seine Rolle musste nun der Rheinisch-Bergische Kreis übernehmen.

Diese Zusammenarbeit zwischen Ober- und Rheinberg sei in vielen Bereichen geübt, sagte Dr. Hermann Josef Tebroke, der Landrat des Rheinisch-Bergischen Kreises. In der Fusion der beiden Schulen, übrigens die erste in ganz NRW über Kreisgrenzen hinweg, finde dies nun seine Krönung. „Das zeigt, dass unsere Verantwortung nicht an der jeweiligen Kreisgrenze endet.“

Nun gehe es darum, den Zusammenschluss mit Leben zu füllen, gab Tebroke den Schülern, Lehrern und der Schulleitung mit auf den Weg. Dass die gelingen wird, davon war nicht nur das fünf Jahre ältere Ich der neuen Schulleiterin überzeugt. Sylvia Wimmershoff, die bereits seit 2008 das Berufskolleg Bergisch Land in Wermelskirchen geleitet hat, hatte im Juni 2014 auch die kommissarische Leitung des Wipperfürther Kollegs übernommen. So konnten die Schulen und die Kollegien bereits vor der offiziellen Fusion zusammen wachsen. Einer der Beweise, dass das bisher schon gut funktioniert hat, war auch gleich beim Festakt mit dabei. Die Schulband, die die Veranstaltung mit ihren Auftritten auflockerte, besteht heute schon aus Schülern und Lehrern beider Schulen.

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.