Mit Sauna & Co. durch die kalte Jahreszeit

Bergisches Land Draußen schneit es, drinnen ist es gemütlich warm. Das Feuer im Kamin knistert, es ist ruhig und der heiße Tee schmeckt einfach wunderbar. Der Winter kann unglaublich schön sein. Doch der Winter ist auch die Zeit von Erkältungen und anderen Krankheiten. In geschlossenen und beheizten Räumen können sich die Krankheitserreger besonders gut verteilen. Die Kälte und die wenigen Sonnenstunden tun ihr Übriges dazu. Zeit also, sich selber und dem eigenen Immunsystem was Gutes zu tun.

Sauna

Saunabesuche entspannen und härten ab, vor allem gegen Erkältungskrankheiten. Die Erhöhung der Körpertemperatur auf bis zu 39 Grad wird auch künstliches Fieber genannt, was die Aktivität der Immunzellen anregt. Der Wechsel zwischen Hitze und anschließendem Kaltbad entspannt die Muskulatur und regt den Kreislauf an. Saunen finden sich in jeder Stadt in zahllosen Varianten. Das Gumbala in Gummersbach bietet zum Beispiel eine „Bergische Stollensauna“, die mit 80 Grad fast kühl ist. Das Burscheider VitalBad verfügt ganz neu über eine Bio-Sauna, die mit einer Kombination aus Licht, Klang und Duft zusätzliche Entspannung verspricht. Und im Kürtener Splash kann man freitags sogar bis 1 Uhr nachts saunieren. Im life-ness in Radevormwald reicht die Bandbreite von 42 Grad mit 100 Prozent Luftfeuchtigkeit im Dampfbad bis 90 Grad und 30 Prozent in der Finnischen Sauna. Mehr als 5000 Quadratmeter Gesamtfläche hat das life-ness, darauf befindet sich ein Fitnessstudio, ein Hallenbad und ein Indoor-Spielplatz. Über ein Drittel der Fläche fällt an den Saunagarten mit Liegewiese, Panorama-Bistro, Kamin-Lounge und Kaltwasserbereich. In der Blockhaussauna gib es gesellige Event-Abende.Die Sauna mit dem schönsten Weitblick ist die Eifgen-Sauna in Odenthal-Blecher. Wo sonst kann man sein eigenes Grillgut mitbringen und nach der Mitternachtssauna entspannt auf ein Wasserbett sinken und preiswert übernachten? Geheimtipp auch für Wanderer, die dort willkommen sind.

Das neue Dampfbad im Bürgerbad Hückeswagen wurde erst im November eröffnet.

Das neue Dampfbad im Bürgerbad Hückeswagen wurde erst im November eröffnet.

Dampfbad

Dass Inhalation hilft, ist keine Neuigkeit. Doch statt einem Handtuch über einer Schale gibt es auch eine bequemere Möglichkeit: Dampfbäder. Ob das Gummersbacher Gumbala, das Burscheider VitalBad oder das Rader life-ness – viele Städte verfügen über Dampfbäder und -grotten. Im Splash in Kürten ist es als Teil der Waldsauna mit ihrem 2000 Quadratmeter großen Garten ein türkisches Dampfbad samt Sternenhimmel. In den meisten Bädern gehören sie zum Saunabereich. Im Hückeswagener Bürgerbad ist das neue Dampfbad in das Bad integriert. Das spart Geld beim Eintritt und man darf es in Badekleidung betreten. Es bietet bis zehn Leuten Platz. Bei 45 Grad, 100 Prozent Luftfeuchtigkeit, verschiedenen Aroma-Ölen, Spa-Musik und wechselndem Licht kann man entspannen und tut den Atemwegen was Gutes. Eine kalte Dusche rundet den Effekt ab.

Der SalzDom nahe des EVK in Bergisch Gladbach.

Der SalzDom nahe des EVK in Bergisch Gladbach.

Salzdom

Von der positiven Wirkung von salziger Luft, vor allem auf die Atemwege aber auch auf die Haut, kann jeder berichten, der schon mal Urlaub auf einer Nordseeinsel gemacht hat. Zwar kann man weder Meer noch Inseln ins Bergische holen, doch ein Salzdom bietet ähnliches. Vor allem, wenn man ihn mit weiteren therapeutischen Angeboten kombiniert. So wie der SalzDom in Bergisch Gladbach. In dem 25 Quadratmeter großen Raum wurden 8,5 Tonnen Salz verbaut. Zusätzlich wird eine spezielle Sole vernebelt. Dort bieten Karl Wilhelm Menke und sein Team Yoga, autogenes Training, Klangschalentherapie und weitere Angebote an. So werden Sekrete in den Atemwegen gelöst, das Immunsystem angeregt und das Hautbild verbessert, zum Teil bezuschusst von der Krankenkasse.

Das Kneipp-Becken im Garten der Leverkusener Parksauna.

Das Kneipp-Becken im Garten der Leverkusener Parksauna.

Kneippen 

Kneipp-Therapien sind nicht nur gesund, sie gehören auch zum “immateriellen Kulturerbe” Deutschlands. Vor allem Kneippgüsse und Wassertreten sind bekannte Formen. Dafür gibt es in vielen Bädern und Saunen eigene Becken, zum Beispiel im Lenneper H2O oder im VitalBad in Burscheid. In Leverkusen hat die Parksauna am Calevornia gleich einen ganzen Abschnitt ihres gigantischen Sauna-Parks, einem der größten und schönsten in der Region, den Lehren des Pfarrers Sebastian Kneipp (1821 bis 1897) gewidmet. So muss man von der spektakulären und 100 Grad heißen Erdsauna nur ein paar Meter bis zum Fuß- und Armbecken, dem Barfußpfad und den Gussvorrichtungen zurücklegen. Kneippen wird vor allem vorbeugend eingesetzt und basiert auf dem Wirkprinzip einer „Reizreaktion“, bei der natürliche Reaktionen des Körpers therapeutisch genutzt werden sollen. III

Geboren in Wipperfürth und aufgewachsen in Hückeswagen absolvierte er seine Ausbildung beim Remscheider General-Anzeiger, der Westdeutschen Zeitung, der dpa und beim WDR. Sven Schlickowey ist verheiratet und lebt mit Frau und zwei Kindern in Hückeswagen, er ist Fan des VfL Gummersbach, mag gutes Essen, schräge Bücher (z.B. Christopher Moore, Jim Knipfel) und natürlich alles, was mit Star Wars zu tun hat.