Jobs für 19 Flüchtlinge innerhalb von 10 Tagen gefunden

Bergisch Gladbach Der Bergische Personalservice zeigt, wie Integration in den Arbeitsmarkt funktionieren kann. Erst 54 Flüchtlinge haben aktuell, Stand September 2016,  eine Festanstellung bei einem der 30 Dax-Konzerne gefunden, so das Ergebnis einer Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Bergische Personalservice setzt demgegenüber ein deutliches Signal für das Engagement des Mittelstands. Innerhalb von 10 Tagen hat er 19 Flüchtlinge in Lohn und Brot gebracht.

Der Bedarf an Arbeitskräften war kurzfristig bei einem großen Kunden des Bergischen Personalservice entstanden, zusätzliche Lagerarbeiter und Produktionshelfer wurden gesucht. Weder mit Hilfe der Arbeitsagentur noch mit seinen eigenen 200 Mitarbeitern konnte Geschäftsführer Matthias Butz den Bedarf decken. Bürgermeister Lutz Urbach stellte daraufhin kurzfristig und unbürokratisch einen Kontakt zum Deutschen Roten Kreuz her, die verschiedene Flüchtlingsheime in der Kreisstadt betreuen. Unter den Bewohnern in Katterbach, Lübbe-Haus und IGP wurde man fündig. „Das war eine ganz unkomplizierte und schnelle Zusammenarbeit“, lobt Butz die Heimleitungen.

Der kurzfristig entstandene Personalbedarf an Hilfskräften konnte so gedeckt und gleichzeitig etwas für Integration der Flüchtlinge aus Niger, Marokko, Kosovo, Kongo, Irak, Guinea, Ghana, Eritrea, Äthiopien, Afghanistan, Somalia, Pakistan und Syrien getan werden. Alle 19 Personen erhielten Vollzeit-Arbeitsverträge, tarifgebunden und sozialversicherungspflichtig.

Neben den Vermittlungen von Fachkräften fallen in bestimmten Betrieben sowie Bereichen auch immer wieder Stellen mit geringem Einarbeitungsaufwand an, die dann ebenso von ungelernten Kräften ausgeführt werden können. Der Bergische Personalservice hat bereits seit Januar 2016 immer wieder Flüchtlinge angestellt, mittlerweile über 50 Personen. Die schwierigste Voraussetzung waren und sind die Sprachkenntnisse. „Allerdings zahlen sich da mehr und mehr die Deutschkurse aus und erleichtern eine Vermittlung oder Anstellung“, erklärt Butz. Unter den Flüchtlingen sind Handwerker und Ingenieure, allerdings nicht immer mit den in Deutschland üblichen Abschlüssen. „So machen sie auf jeden Fall einen ersten Schritt, um in der Arbeitswelt hier Fuß zu fassen.“