Elterntaxi-Haltezonen in Hand eingeweiht

Bergisch Gladbach Jetzt wird es ernst: Die Herbstferien sind vorbei, das Pilotprojekt „Geh-Spaß statt Elterntaxi“ geht in seine heiße Phase. In drei Straßen rund um die beiden Hander Grundschulen wurden in den Herbstferien die „Elterntaxi-Haltestellen“ markiert. Erkennbar sind die Haltezonen an den blauen Randstein-Markierungen und den Verkehrsschildern, die für die Hauptzeit des Unterrichtsbeginns und -endes (7.30 bis 8.30 und 12.00 bis 15.30 Uhr) ein eingeschränktes Halteverbot anordnen. Dort können die Eltern ab sofort ihre Sprösslinge gefahrlos und ohne Verkehrschaos absetzen.

Franziska Wilbert, städtische Mobilitätsmanagerin, hat das Projekt gemeinsam mit den beiden Schulen seit dem Frühjahr vorbereitet. Unterstützung erhielten sie durch die Koordinierungsstelle Mobilitätsmanagement des Verkehrsverbund Rhein-Siegs. In einer Fachgruppe zum Thema Schulisches Mobilitätsmanagement hatte diese das Konzept „Elterntaxi“ vorgestellt und den städtischen Mitarbeitern praxisnah erläutert.

Die Grundschulen in Hand leiden allmorgendlich besonders stark unter dem Verkehrschaos der elterlichen Fahrzeuge, da der Zugang in einer sehr engen Straße bzw. in einer Sackgasse liegt und oftmals die Autos sich gegenseitig blockieren. „Die kurze Strecke zur Schule kann und soll jedes Kind auf eigenen Füßen bewältigen, das stärkt das Selbstvertrauen und gibt Sicherheit fürs Verhalten im öffentlichen Straßenraum“, erklärt Wilbert die Idee hinter der Anordnung der drei Haltestellen rund ums Schulgelände – nämlich in Handstraße, Dellbrücker Straße und Peter-Walterscheidt-Straße. Der Weg bis zum Schultor ist auch für die Kleinsten nicht zu verfehlen, denn gelbe Fußabdrücke auf Pflaster und Asphalt weisen die Richtung – und warnen alle übrigen Verkehrsteilnehmer, dass hier Schüler unterwegs sind. Bei der Markierung dieser Fußtapfen durften die Schulkinder am Tag der Einweihung sogar selbst mithelfen.

Zum Gelingen des Projekts sollen außerdem eine bereits durchgeführte umfassende Elterninformation und das „Verkehrszähmer-Programm“ beitragen, bei dem die Klassen Bonus-Sterne sammeln können, wenn möglichst viele Kinder beim „Geh-Spaß“ mitmachen. Eltern, die noch nichts von dem Projekt erfahren haben, werden in den ersten Tagen noch einmal persönlich mit einem Informationsflyer versorgt. Und damit das Projekt kein Auslaufmodell wird, hat die Schule sich vorgenommen, die Eltern der Erstklässler jedes Jahr aufs Neue über das Projekt zu informieren und gemeinsam mit der Stadtverwaltung und der Kreispolizeibehörde regelmäßige Kontrollen durchzuführen.