Tipps für den Sommergarten

Wermelskirchen Der Freigarten ist nun bereit für den Sommer. Isabel Kramer und Karl Bihlmeier teilen im Gastbeitrag ihre Erfolgsrezepte.

Der Sommer steht vor der Tür und mit ihm die langen Tage, die wir gern im Garten verbringen. Dabei besteht der Sommer aus zwei Teilen. Der erste von Mai bis Mitte Juli, der mit Säen, Pflanzen und Wachsen ausgefüllt ist, und der zweite bis Mitte September, wo wir die Ernte einfahren und diese verarbeiten dürfen.

Die größte Herausforderung im Sommer ist wohl das Gießen. Wir halten die Pflanzen dabei eher knapp, weil sie so stärkere und tiefere Wurzeln bilden. Wir lockern den Boden viel mit der Gartenharke. Dadurch unterbrechen wir die Kapillarwirkung und so die Wasserverdunstung des Erdreichs. Zudem bedecken wir die Oberfläche teilweise mit Grasschnitt. Aber nicht zu dick aufbringen, dann fault er. Wir haben bemerkt, dass der Boden unter dem Grasschnitt deutlich feuchter bleibt  und die Struktur des Bodens sich verbessert, sobald Mulchmaterial eingebracht wird. Dies führt dazu, dass der Boden nicht so leicht austrocknet. Das erspart manchen Gang mit der Gießkanne.

Durch gute Planung haben wir kaum freie Flächen im Garten. Entstandene Freiräume bepflanzen wir sofort neu mit verschiedenen Salatsorten. Im 14-tägigen Rhythmus säen wir Salat aus. Da Salat ein Licht- und Kaltkeimer ist und die kalten Nächte nun passé sind, liegt unser Saatgut für ein paar Tage in feuchtem Küchenpapier im Kühlschrank. Dann einfach aussäen und dünn mit etwas Sand bestreuen. In einer Saatguttüte sind Hunderte kleine Saatkörner, das reicht für mehrere Gartenjahre. Also, genug verschiedene Sorten vorhalten. Es gibt viel zu entdecken. Unsere aktuelle Lieblingssorte ist die Romanasorte „Forellenschluss“, ein alter Salat aus Österreich. Er bildet grüne Blätter mit roten Sprenkeln.

Endlich dürfen auch die Südländer aus dem Gewächshaus. Zucchini, Kürbisse und Tomaten finden ihren Platz im Garten. Die Beete sind mit Mist und Kompost gut vorbereitet. Alle brauchen viel Energie. Auch die Bohnen säe ich nun im zweiwöchigen Rhythmus nach, so haben wir den ganzen Sommer über frische Bohnen. Aber nicht zu früh einpflanzen! Sie brauchen einen warmen Boden, um schnell zu keimen. Bei Nässe und Kälte neigen gerade die großen Stangenbohnen schnell zum Faulen. Sie sind die Mimosen unter den Gemüsen. Wir legen 8-10 Bohnen um eine Stange und staunen jedes Jahr, mit welcher Geschwindigkeit sie sich die Stangen erobern und dann die tollsten Blüten in den unterschiedlichsten Farben hervorbringen. Wir kultivieren unterschiedliche Stangenbohnen, z.B. die Berner Landfrau mit ihren gesprenkelten Bohnen oder die Blaue Hilde, die dunkellila ist und beim Kochen dunkelgrün wird. Wir sagen: „Erst wenn die Bohnenstangen im Garten stehen, ist der Garten ein Garten.“

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Die Stangenbohne Borlotto Lingua lässt sich jung als Schote und später auch als Trockenbohne verwenden.

Zu den wirklich unverzichtbaren Tätigkeiten gehört vor allem immer wieder ein gepflegter Gartenschnack mit den freundlichen Nachbarn.