Auf Entdeckungstour in fremden Gärten

Diese Gärten sind echt. Es handelt sich nicht um Schaugärten einer Gartenbauausstellung, die nur für einige Wochen schön aussehen müssen und hinterher planiert werden. Es geht nicht um kurzlebige Trends, die bald durch neue ersetzt werden. Stattdessen präsentieren sich bei der Bergischen Gartentour die privaten Paradiese begeisterter Gartenbesitzer, die teils jahrelang daran gearbeitet haben, ihr Grundstück zu gestalten. Dabei zeigt sich, dass die Größe oder die Lage eines Grundstücks nicht entscheidend sind. Mit Enthusiasmus, Ideenreichtum und Feingefühl lässt sich auch in schattigen Bereichen, Sumpfgebieten oder steilen Hanglagen ein Traumgarten anlegen. Die 35 Gartenbesitzer, die am 18. und 19. Juni ihre Gartenpforten für neugierige Besucher öffnen, haben es vorgemacht.

So unterschiedlich wie die Gärtner sind auch ihre Gartenträume. Der Gutshof mit weitläufigem Grundstück ist ebenso dabei wie der kleine Garten mit Terrasse in der Reihenhaussiedlung. Es gibt Biotope und formal gestaltete Gartenräume, versteckte Lauben oder offene Terrassen, urtümliche Bauerngärten oder asiatische Meditationsgärten zu bewundern. Manche Anlagen dienen zusätzlich als Ausstellungsfläche für Skulpturen, andere sind zugleich Klassenzimmer und informieren über alte Gemüsesorten, heimische Heilkräuter oder die Baumvielfalt der Nordhalbkugel.

Gartenliebhaber können sich also ziemlich sicher sein, dass sie bei den Teilnehmern der Offenen Gartenpforte handfeste Anregungen finden, die sich zuhause umsetzen lassen. Die Sache hat nur einen Haken: 35 Gärten, verstreut zwischen Wupper und Sieg, kann man unmöglich an einem einzigen Wochenende erkunden. Es gilt also, vorab eine Auswahl zu treffen und die Route zu planen. Dabei soll die Broschüre der Bergischen Gartentour helfen, die man unter www.bergische-gartentour.de herunterladen kann. Für alle, die keine Zeit zum Planen haben oder sich einfach nicht entscheiden können, hat unsere Redaktion zwei Routen zusammengestellt.

Der Zen-Garten bringt asiatisches Flair nach Nümbrecht.

Der Zen-Garten bringt asiatisches Flair nach Nümbrecht.

Gartenvielfalt zwischen Much und Waldbröl

Kunst- und Klanggarten, Hevinghausen 104, 53804 Much (14)

Der Garten des Künstlerehepaars Rolf und Jutta Seebach vereint Kunst und Natur, Spannung und Harmonie. Klare Kanten im Kiesgarten mit Keramikskulpturen kontrastieren mit den weichen Linien des schilfbepflanzten Teichs. Der asiatisch gestaltete Westhof mit Bambushain lädt zur Meditation ein. Klang- und Wasserspiele sorgen für akustische Überraschungen. Der Garten ist eingeschränkt mit Rollstuhl befahrbar.

Gartenglück und Weinberg, Berzbach 33, 53804 Much (15)

Ein Weinberg im Bergischen Land? Tatsächlich! Auch sonst wächst bei Renate und Herbert Haas allerlei Obst, darunter seltene Arten wie die sibirische Blaubeere. Gemüse, Stauden, Rosen und einjährige Blumen sorgen für bunte Vielfalt. Außerdem sind einige Objekte des textilen Kunstwanderweges II im Garten installiert. Die Gartenbesitzer bieten zudem die Möglichkeit zum Kauf bzw. Tausch von Pflanzen. Der Garten ist eingeschränkt mit Rollstuhl befahrbar.

Atelierhaus Salge, Niederbonrath 45-47, 53804 Much (16)

An verschiedenen Sitzplätzen lassen sich Obstwiese, Bauern- und Cottagegarten entspannt erleben. Im Garten und in der Scheune, die zur historischen Hofanlage gehört, sind außerdem Skulpturen und Bilder von Michael Salge ausgestellt. Der Garten ist leider für Rollstühle ungeeignet. Hunde dürfen an der Leine mitgeführt werden.

Zen-Garten, Loch 8, 51588 Nümbrecht (19)

Auf nur 600 m² haben Barbara und Robert Niesen verschiedene Gartenräume mit asiatischem Charakter geschaffen. Rauschender Bambus, Buddhastatue und Steinlaternen laden zur Meditation ein. Vom höher gelegenen Pavillion aus lässt sich die Anlage schön überblicken. Durch die Treppen ist der Garten für Rollstühle ungeeignet.

Forstbotanischer Garten, Margretenanger 14, 51545 Waldbröl (32)

Das kleine Arboretum von Karin und Brodo Scheplitz hat es in sich. Hier wird, geographisch geordnet, die Artenvielfalt der Sommerwaldzone auf der nördlichen Erdhalbkugel präsentiert. Von 11 bis 13 Uhr sowie von 15 bis 18 Uhr gibt es Führungen (Anmeldung erwünscht). Auch dieser Garten ist für Rollstuhlfahrer leider nicht geeignet.

Der naturnah gestaltete Teich von Sabine und Andreas Knopp lädt zum Baden ein

Der naturnah gestaltete Teich von Sabine und Andreas Knopp lädt zum Baden ein.

Gelebter Naturschutz im eigenen Garten

Garten mit Badestrand, Cäciliastraße 8, 51647 Gummersbach (3)

Die urtümlichen Skulpturen aus alten Baumstämmen sind ebenso sehenswert wie das Biotop mit Bachlauf, doch der eigentliche Schwerpunkt des Gartens von Sabine und Andreas Knopp ist der naturnahe Badeteich. Da kommt Urlaubsstimmung auf. Der Garten ist eingeschränkt für Rollstühle geeignet.

Naturgarten am Steinbruch, Zu den Brüchen 18, 51789 Lindlar (8)

Der Hanggarten von Katja und Klauf Wopfner bietet viel Platz für die heimische Tier- und Pflanzenwelt. Hier haben auch Disteln, Brennnesseln und Totholz ihren Platz. Trockenmauern, Wildgehölzhecken und Teiche bieten Rückzugsmöglichkeiten und Lebensräume für Vögel, Vierbeiner, Amphibien und Krabbeltiere. Wildblumenwiese und Staudengarten bringen Farbe ins Spiel, und im Küchengarten wachsen traditionelle Gemüsesorten. Die Gartenbesitzer bieten die Gelegenheit zum Tausch oder Kauf von Gartenschätzen. Der Garten ist eingeschränkt mit Rollstuhl befahrbar. Zum Parken bietet sich der nahe ALDI-Parkplatz an.

Kräuter- und Wildblumengarten, Auf dem Steinacker 6D, 51515 Kürten-Busch (5)

Heilkräuterfachfrau Birgitt Ullrich nutzt ihren Garten zwischen Wald und Ortsrand zum Anbau der eigenen grünen Hausapotheke. Bei ihren Führungen erläutert sie die Heilkräfte der Kräuter. Eine große Wildblumenwiese lockt Insekten an, doch auch Rosen und Stauden dürfen nicht fehlen. Der dekorativ gestaltete Gemüsegarten schließt den Garten nach hinten ab. Auch hier gibt es die Gelegenheit, Pflanzen zu kaufen oder einzutauschen. Der Garten ist nicht barrierefrei. Parken ist nur an der Hauptstraße möglich, vom Ortsschild „Busch“ aus sind es etwa 100 m Fußweg.

Gartenbiotope, Höferhof 81, 42929 Wermelskirchen-Dabringhausen (34)

Gleich mehrere Teiche haben Monika und Theo Stöber im unteren Teil ihres Gartens angelegt. Im größten davon fühlen sich Koi-Karpfen und Orfen wohl, in den anderen haben sich einheimische Wassertiere angesiedelt. Hangaufwärts wechseln sich Schattenzonen unter hohen Bäumen mit sonnigen Bereichen ab. Sitzgelegenheiten laden zum Verweilen ein. Für Rollstühle ist der Garten leider ungeeignet.

Natürlich sind die Touren auch in umgekehrter Richtung fahrbar. Auch abseits der vorgeschlagenen Route und an weiteren Orten finden sich wunderschöne Gärten. Ein Blick in die Broschüre lohnt sich, um weitere Gartenperlen und andere interessante Angebote zu entdecken.