32 Jahre ehrenamtliches Engagement im Aufsichtsrat der Volksbank Oberberg

Wiehl „Unspektakulär und ohne viel Aufsehen, aber mit überdurchschnittlich hohem Sachverstand“ habe Christian Peter Kotz „den Begriff ‚Aufsichtsrat’ wörtlich genommen – stets zum Wohle der Bank“, mit diesen Worten dankte Ingo Stockhausen, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Oberberg dem langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden. Vor 32 Jahren, genauer am 27. Oktober 1984 wählten die Mitglieder der damaligen Raiffeisenbank Bielstein, Kotz, damals 48-jährig, in den Aufsichtsrat der Bank. Es sollte eine bekannte Persönlichkeit mit hohem wirtschaftlichem Sachverstand sein, hatte man sich überlegt. Kotz nahm die Wahl an, trotz seines Einsatzes, den ihm die Leitung seines Familienunternehmens BPW Bergische Achsen KG, abverlangte. Als gelernter Bankkaufmann, so verriet er Jahre später dem stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Udo Meyer, habe er sowieso ein „gewisses Interesse an dieser verantwortungsvollen Tätigkeit“ gehabt.

Dass er jedoch 32 Jahre lang, ehrenamtlich, als Aufsichtsratsvorsitzender für die Volksbank Oberberg tätig sein sollte, stand damals noch in den Sternen. „Wir verabschieden heute nicht nur einen Aufsichtsratsvorsitzenden, sondern einen Mann, der für die Region eine feste Säule des Mittelstands ist“, fasste es Uwe Fröhlich, Präsident des Bundesverbandes der
Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken zusammen. In den Jahren seiner Amtsführung entwickelte sich die Wiehler Bank aus kleinen, örtlich begrenzten Anfängen heraus zu einem kreisweiten Unternehmen, welches heute als Volksbank Oberberg eG zu den 20 größten Genossenschaftsbanken in Deutschland zählt und im Rheinland Platz Eins innehält.

Auf dem feierlichen Empfang zu Ehren des scheidenden Aufsichtsratsvorsitzenden waren die Laudatoren voll des Lobes für den Familienunternehmer Kotz. „Besonders bei den Fusionen mit der Raiffeisenbank Denklingen 1987, der Raiffeisenbank Nümbrecht 1990, der Raiffeisenbank Oberberg-Süd 1995, der „alten“ Volksbank Oberberg 2001 sowie der Raiffeisenbank Radevormwald 2004 haben Sie gemeinsam mit Ihren Kollegen im Aufsichtsrat und dem Vorstand strukturpolitisch richtungsweisende Entscheidungen im Sinne und zum Wohle der Bank getroffen“, erinnerte Meyer, der die Nachfolge von Kotz antritt, die zahlreichen Anwesenden an die jüngere Geschichte der Bank.

Wie lang 32 Jahre sind veranschaulichte Fröhlich anhand einer alten Ausgabe der „Bankinformation“ vom Oktober 1984, die er eigens aus Münster mitgebracht hatte. Darin war von sogenannten „stummen Zweigstellen“ die Rede, „einer völlig neue Dimension der Kundenselbstbedienung“, gemeint waren damit die heute alltäglichen Geldautomaten. Was man in 32 Jahren schaffen kann, zeigen auch die Zahlen. Von damals 70 Millionen stieg die Bilanzsumme der Bank auf heute 2,9 Milliarden.

Kotz verzichtete auf Abschiedsgeschenke und freute sich über die „großherzige Spende“, welche die Volksbank Oberberg in seinem Sinne der Evangelischen Kirchengemeinde Wiehl für die Restaurierung des Kirchturms gemacht hatte. „In wenigen Wochen können Sie, lieber Herr Stockhausen, dann aus ihrem Büro sehen, wie das Wiehler Wahrzeichen, der bald 1000 Jahre alte Turm, erstrahlt“, bedankte sich der 79-jährige Kotz bescheiden.

Paul Kalkbrenner ist Herausgeber des Bergischen Boten. Der gelernte Schriftsetzer studierte in Köln Visuelle Kommunikation und arbeitete als Designer, Fotograf und Redakteur unter anderem für Musikexpress, Prinz und die Autozeitung. In den 90er Jahren war er mit T-Shirts wie "Keine Macht den Doofen" erfolgreich. 2008 gründete er den Bergischen Boten. Er entspannt sich bei Gartenarbeit und ist leidenschaftlicher Musikfan. Er wohnt mit seiner Familie in Kürten.