Jahresbilanz der Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt: Sonne statt Sturm

Gummersbach Niedrigzinsen, Kursstürze und Wirtschaftskrisen strapazieren derzeit weltweit die Finanzhäuser. Doch es gibt auch Ausnahmen. Die Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt gehört dazu. Bei einer Pressekonferenz stellten Vorstandsvorsitzender Frank Grebe und Vorstandsmitglied Dirk Steinbach die Bilanz des Jahres 2015 vor. Und die lässt sich ganz gut meteorologisch beschreiben: „Die Sonne lacht – aber Sturm droht.“

In Zahlen ausgedrückt: Um 72 Millionen Euro wuchs die Bilanzsumme auf nun insgesamt 1.264 Millionen Euro. Ein kräftiges Wachstum von 6%. Trotz Niedrigzinsen stieg die Zahl der Kundeneinlagen, die erstmals die Milliardenmarke überschritten. Das gilt auch umgekehrt, denn erstmals vergab die Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt Kredite für mehr als eine Milliarde Euro. „Das Kreditgeschäft brummt“, bilanziert Frank Grebe. Doch so ganz zufrieden ist der Vorstandsvorsitzende trotzdem nicht, da den hohen Ausleihungen eine rekordverdächtig hohe Tilgungsrate gegenübersteht. „Offenkundig reagierten etliche Kunden auf die Frage ‚Was ist die beste Geldanlage?‘ mit der Antwort ‚Keine Schulden!‘“, erklärt Grebe diesen Trend.

Für viele scheint die Sparkasse immer noch der sicherste Ort fürs Ersparte zu sein. Die bilanzwirksamen Einlagen kletterten um 84,7 Millionen Euro, was Plus von 8,6 % bedeutet trotz des allgemein gegenläufigen Trends. Angesichts extrem niedriger Zinsen wurden vor allem kurzfristige Geldanlagen nachgefragt. Mittel- und langfristige Geldanlagen lagen laut Frank Grebe, „wie Blei in den Regalen“.

Und noch etwas ist bei den Privatanlegern wenig gefragt – die Direktanlage in Aktien. „Die Deutschen sind Aktienmuffel“, fasst der Vorstandsvorsitzende zusammen. Trotzdem steigerte die Sparkasse Gummersbach-Bergneustadt das Umsatzvolumen im Wertpapiergeschäft um 150 Millionen Euro, was einer Zunahme 7% entspricht. Insgesamt verwaltet die Bank ein Geldvermögen von Kunden von rund 1,4 Milliarden Euro.

Auch für Menschen, die nicht mit Aktien spekulieren können, arbeitet die Sparkasse. Etwa 2.500 Konten für finanziell schlecht gestellte hat die Sparkasse eingerichtet. Hinzu kommen 500 Konten für Flüchtlinge: „In diesem Bereich sind wir derzeit der einzige Anbieter auf dem Markt“, betont Frank Grebe nicht ohne Stolz. Dabei verweist er auf das weitere soziale Engagement der Sparkasse, die mehrere Großveranstaltungen in der Region ermöglicht, wie etwa das „Lindenplatz Open-Air“ in Gummersbach und den „Sparkassen-Nachtlauf“ in Bergneustadt.

Trotz der guten Bilanz verwies Frank Grebe zum Abschluss nochmals auf die anhaltenden Niedrigzinsen und überzogenen regulatorischen Anforderungen der EU, welche die Aussichten für die nächsten Jahre trüben.