Klavierfestival Lindlar 2016

Lindlar „Das Klavierfestival Lindlar ist mir ans Herz gewachsen“, bekennt Falko Steinbach. „Es hat eine Eigendynamik entwickelt.“ 2016 haben sich rund zwei Dutzend talentierter Jungpianisten aus der Region und der ganzen Welt angemeldet, um zwei Wochen am Meisterkurs des Klavierprofessors teilzunehmen. Wie gewohnt finden in diesem Zeitraum (10. bis 22. Juli) täglich Konzerte statt. Außer am Standort Lindlar, wird es erneut Gastspiele in der Gummersbacher Halle 32 sowie in der Kirche St. Nikolaus in Kürten geben. Ganz frisch erreichte die Organisatoren sogar eine Anfrage aus Bergisch Gladbach-Rommerscheid als Konzertlocation, „die wir gerne positive beantworten möchten“, sagt Willi Broich, Organisator und Gemeindereferent in Kürten. Man wolle allen Generationen Zugang zu klassischer wie moderner Musik ermöglichen.  Zuletzt erzielte das Klavierfestival in Lindlar einen beachtlichen wie steigerungsfähigen Schnitt von 100 Zuschauern pro Konzert. „Lindlar ist eine Keimzelle für Neue Musik“, freut sich Broich. Dies gelte auch für Neu geistliche Musik. Über die jungen Studenten wolle man Begeisterung entfachen. Der bislang kleine „Fanclub“ soll weiter wachsen.

Das Katholische Bildungswerk des Erzbistums Köln unterstützt das Klavierfestival als Träger. 2009 fand es zum ersten Mal im Rahmen der 900-Jahr-Feier der Gemeinde statt.

„Es ist selten, dass ein Festival so in die Bevölkerung eingebunden ist“, lobt Steinbach, der an der University of New Mexico, USA, lehrt. Seine familiären Wurzeln liegen  in Lindlar. Für die internationalen Teilnehmer seines Meisterkurses bietet das Festival die Chance, Konzerterfahrung  in Europa zu sammeln. Für einen vergleichbaren Workshop in den USA müssten Studenten mehrere tausend Euro aufbringen, erläutert der Professor. In Lindlar nur 350 Euro. Während ihres Aufenthalts wohnen sie bei Gastfamilien, wo sie täglich üben und auf den Höhepunkt hinarbeiten können. Dieser ist für die Studenten wie für das Publikum das große Abschlusskonzert am 22. Juli im Kulturzentrum. „Einmal vor großem Publikum aufzutreten, ist für viele junge Künstler das Hauptmotiv“, sagt Steinbach. Die Nachfrage nach Kursplätzen sei bereits an der Kapazitätsgrenze.

Aus dem Bergischen hat etwa Paul Rieger (9) aus Gummersbach einen Platz neben internationalen Musikern wie Paul Thomas, USA, oder dem brasilianischen Professor Gabriel Neves Coelho ergattert. Unterrichtet werden sie von Falko Steinbach sowie zu zweiten Mal von Professorin Jeongwon Ham (Lehrstuhl an der Universität von Oklahoma). Bei jedem Konzert gibt es für das Publikum eine musikwissenschaftliche Einführung. Beim Eröffnungskonzert ist Steinbach selbst mit einer Weltpremiere zu hören. Er spielt unter anderem die New Mexico Pianoscapes in sieben Teilen.

Eine besondere optische Note bekam das diesjährige Festival von Designer René Karla (SugarPool, Lindlar) verliehen. Er kreierte die magentafarbene „Flügelnote“, die das neue Logo der Veranstaltung ziert.

Sonntag 10. Juli bis Freitag 22. Juli 2016www.klavierfestival-lindlar.de

_MG_1381 Klavierfestival Lindlar, Falko Steinbach

 

Sebastian Last war bis April 2016 verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten und schreibt jetzt als Freier Mitarbeiter. Er hat an der Deutschen Sporthochschule Köln sein Diplom in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien & Kommunikation gemacht. Er wohnt in Benrath und schlägt in der Freizeit so oft es geht für seinen Badmintonverein STC BW Solingen auf.