30 Jahre Lobbyarbeit für Gläbbischer Pänz

Bergisch Gladbach Manchmal waren es schicksalhafte Momente, zum Beispiel als ein Vaterschaftstest dabei half, ob eine Kind mit seinem Papa aufwachsen durfte. Manchmal war es eine nichtig scheinende, finanzielle Gesten, die die Teilnahme an einer Spielgruppe ermöglichte und es ein Kind glücklich machte. Der Bergisch Gladbacher Verein „Bürger für uns Pänz“ hat in 30 Jahren unzählige Male immer dort eingegriffen, wo die öffentliche Hand an ihre Grenzen stieß. „Die Probleme sind vor unserer Haustüre“, sagt die Vereinsvorsitzende und Gründungsmitglied, Sylvia Zanders, „Wir handeln schnell und unbürokratisch. Es fallen keine Verwaltungskosten an. Jeder Cent dient unmittelbar Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Bergisch Gladbach.“

In den zurückliegenden drei Jahren unterstützte „Bürger für uns Pänz“ jährlich zwischen 50 und 70 Projekte. Seit Bestehen investierte der Verein knapp 800.00 Euro für punktuelle Fördermaßnahmen. Das Gros der Einnahmen rekrutiert sich aus Spenden, 68.000 Euro sind Beiträge der derzeit 110 Mitglieder. Vor allem die Einnahmen durch den JUC-Cup, der Gläserverkauf durch das Gladbacher Dreigestirn während der Karnevalssession sowie die Zuwendungen der Kreissparkasse Köln seien tragende Säulen, erklärt Zanders. Spenden, die dem Verein durch Firmenjubiläen, Eheschließungen oder Geburtstage zugetragen werden, seien tendenziell gestiegen, ergänzt Schatzmeister Dr. Martin Schilling. Steuerfähige Spendenquittungen können stets ausgestellt werden.

„Bürger für uns Pänz“ geht auf die Initiative des ehemaligen Bergisch Gladbacher Bürgermeisters Franz Heinrich Krey zurück, dessen Gattin Inge Grey noch heute dem Vorstand angehört. Ziel ist und war, zu einer kinder- und jugendfreundlichen Atmosphäre in der Stadt beizutragen. Dies gelinge beispielsweise durch die Finanzierung der Elternbriefe besonders gut, findet David Roth. Er tat es seinem Vater, dem Bestattungsunternehmer Fritz Roth, gleich und trat nach dessen Tod dem Verein bei. Die Elternbriefe dienen jungen Eltern als Ratgeber – „ein Segen für junge Mütter“, so Zanders. Zugleich ist die Zustellung der Elternbriefe das einzige Projekt, das der Verein dauerhaft finanziell unterstützt. Mit dem Jugendamtleiter der Stadt, Johannes Zenz, besitzt „Bürger für uns Pänz“ einen Geschäftsführer, der sein Ohr direkt an der Quelle des Bedarfs hat. „Wir wissen, was gebracht wird, das Vorstandsteam versteht sich untereinander fabelhaft und wir hoffen, noch lange weitermachen zu können“, sagt Sylvia Zanders.

Ein neues Projekt in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt – „Sprich mit mir“ – soll helfen Eltern zu sensibilisieren, worauf beim Umgang mit dem Kind zu achten ist. Mittels eine Plakataktion soll einen Kontrapunkt zur Entfremdung von Familien durch digitale Medien gesetzt werden. Im August wird „Bürger für uns Pänz“ erneut das Kinderkünstlerfest in der Villa Zanders unterstützen.

Sebastian Last war bis April 2016 verantwortlicher Redakteur beim Bergischen Boten und schreibt jetzt als Freier Mitarbeiter. Er hat an der Deutschen Sporthochschule Köln sein Diplom in Sportwissenschaft mit dem Schwerpunkt Medien & Kommunikation gemacht. Er wohnt in Benrath und schlägt in der Freizeit so oft es geht für seinen Badmintonverein STC BW Solingen auf.